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Buck Owens

Am 25. März 2006 starb Buck Owens. Vermutlich erlitt er im Schlaf einen Herzinfarkt. Wenige Stunden vorher trat er noch in seinem Crystal Palace auf, einem Restaurant, Club und Museum in Bakersfield.

Die Los Angeles Times interviewte Jim Shaw, seinen langjährigen Sprecher, der sagte: „Buck kam sehr früh in den Club, bestellte zum Abendessen gegrilltes Hähnchen und prahlte damit, dass das sein Lieblingsessen sei.“ Danach sagte er zu seinen Bandmitgliedern, dass er sich nicht wohl fühle und deshalb am Abend nicht auftreten werde. Als er nach Hause fahren wollte, kam eine Gruppe von Fans auf ihn zu. Sie sagten, sie seien extra aus Oregon angereist, um ihn zu sehen. Deshalb änderte er sein Vorhaben und ging doch auf die Bühne.

Shaw erinnert sich, dass Owens zum Publikum sagte: „Wenn Jemand von so weit angereist kommt, dann gehe ich auf die Bühne und gebe mein Bestes. Vielleicht stöhne oder quietsche ich ein bisschen, aber ich werde mich bemühen.“ Und Shaw fügte hinzu: „An diesem Abend hatte er also sein Lieblings-Abendessen, machte seine Show auf der Bühne, und dann starb er im Schlaf. Wir denken, das ist in Ordnung so.“

Owens hinterliess drei Ex-Frauen und drei Söhne: Buddy Alan (der in den frühen 70er Jahren einige Hits bei Capitol hatte), Michael und Johnny Owens. Am 31. März 2006 um 12 Uhr mittags spielten alle Radiostationen in Bakersfield, ganz gleich, um welchen Musikkanal es sich handelte, zu Ehren von Owens seine „Streets of Bakersfield“.

Alvis Edgar „Buck“ Owens, Jr., (12. August 1929-25. März 2006)) war ein amerikanischer Sänger und Gitarrist, der 20 Nr. 1-Hits in den Charts der Billboard Magazine Country Hits hatte. Als Solo-Künstler und auch mit seiner Band, den Buckaroos (so wurde seine Band von seinem ehemaligen Bandkollegen Merle Haggard genannt)), kreierte Owens den sogenannten Bakersfield-Sound, eine Hommage an Bakersfield, Kalifornien, den Ort, den Owens als seine Heimat betrachtete und der ihn zu seiner „American Music“ inspirierte.

Mit Roy Clark zusammen war er Gastgeber der bekannten und legendären TV-Show HEE HAW. HEE HAW, eigentlich als Antwort der Country-Musik auf LAUGH-IN gedacht, überlebte die letztgenannte Show und lief 24 Jahre lang.

Owens Biografie

Alvis Edgar Owens, Jr. wurde am 12. August 1929 in Sherman, Texas, geboren, und mit drei oder vier Jahren gab er sich selbst den Spitznamen „Buck“ – so hieß der Esel auf dem Bauernhof seiner Familie. 1937 zog seine Familie in den Westen, und als die Anhängerkupplung des Wohnwagens in Phoenix den Geist aufgab, blieben sie in Mesa, Arizona.

Mit 13 Jahren verließ er die Schule und brachte sich selbst das Gitarrespielen bei. 1951 zog er dann nach Bakersfield, Kalifornien – und dort begann seine Karriere in der Country-Musik.

 

In den Clubs von Bakersfield entwickelte Owens sein Markenzeichen: diesen verdrehten Notenstil auf seiner Fender Telecaster. Er begann 1953 als Lead-Gitarrist von Tommy Collins (auf „You Better Not Do That“), dann sang er für die kleinen Labels Pep und Chesterfield und so landete er 1957 bei Capitol Records. Seine erste Single bei Capitol war nicht erfolgreich und so zog Owens nach Puyallup, Washington (ein Vorort von Tacoma), um im Radio Karriere zu machen. Dort traf er Don Rich (sein richtiger Name ist Donald Eugene Ulrich), dessen hohe nasale Stimme gut zu Owens‘ Stil von Singen und Glucksen sowie dem 2/4-Takt eines Güterzuges passte und damit Owens so unverwechselbar machte.

Rich war bis zu seinem Motorradunfall Owens rechte Hand und sein bester Freund. Er starb am 17. Juli 1974. Owens war am Boden zerstört und hat diesen Verlust eigentlich nie verschmerzt. „Er war wie ein Bruder, ein Sohn und mein bester Freund,“ sagte Owens. „Das habe ich noch nie gesagt, vielleicht konnte ich es einfach nicht – aber ich glaube, musikalisch bin ich mit ihm gestorben. Ja, ja, ich habe weiter gemacht, aber diese richtige Freude an der Musik, die Liebe dazu, dieses Blitz- und Donner-Gefühl ist für immer weg.“

Im Jahre 1959 hatte Owens in Ray Prices „Shuffle-Stil“ einen Hit mit „Second Fiddle“. Sein Erfolg von „Under Your Spell Again“ veranlasste Owens etwas später dazu, nach Bakersfield zurückzukehren und dort seine Band, The Buckaroos, zu gründen. 1963 stand er vier Wochen lang auf Platz 1 mit Johnny Russels-Song „Act Naturally“ und „Love’s Gonna Live Here“ lag 16 Wochen lang an der Spitze der Charts. Während der 60er Jahre stand er mit seinen Platten regelmäßig auf Platz 1 der Country-Charts, z. B. mit „My Heart Skips a Beat,“ „I Don’t Care (Just As Long As You Love Me),“ „I’ve Got a Tiger by the Tail,“ „Before You Go,“ „Waitin‘ in Your Welfare Line,“ „Think of Me,“ „Open Up Your Heart“ und „Where Does the Good Times Go.“

Sein Manager, Jack McFadden, riet ihm, in die Unterhaltungs-Industrie zu investieren. 1964 gründeten sie die OMAC-Buchungs-Agentur, die irgendwann dann auch solche Künstler wie Merle Haggard, Joe und Rose Maphis, Wynn Stewart, Freddie Hart und Rose Maddox betreute. Im Jahre 1967 gründete er den Blue-Book-Verlag (Blue Book Publishing) – den er 1980 an Tree verkaufte und dessen Katalog heute noch Teil der riesigen Sony/ATV-Gesellschaft ist. Zusätzlich dazu kaufte und gründete Owens verschiedene Radiostationen. Im Jahre 1999 kaufte Clear Channel seine KNIX-FM in Phoenix für 84 Millionen und seine Teilhaberschaft an KESZ für 58 Millionen US-Dollar.

Auch ein anderes Projekt seines Buck Owens-Productions-Imperiums war erfolgreich: The Buck Owens Ranch Show, seine eigene TV-Serie. 1966 begann die Aufzeichnung der Show – jeweils in Episoden – in Oklahoma City, so, wie es später mit Hee Haw in Nashville gemacht wurde. Insgesamt wurden 78 der 30-minütigen Folgen in Farbe aufgezeichnet und, als die Show am populärsten war, von über 100 Kanälen übertragen. Viele dieser Shows gibt es heute als Home-Video und Ende der 80er Jahre wurden Ausschnitte daraus als Country-Music-Videos verkauft. 1967 und 1968 gewannen die Buckaroos, Owens‘ eigene Lieblingsband, den CMA-Award als beste „Instrumentalgruppe des Jahres“.

Im Jahre 1969 machte Owens zusammen mit dem Sänger und Instrumenten-Genie Roy Clark die HEE HAW-Show, eigentlich produziert für CBS-TV. 1971 ließ CBS dieses Projekt fallen, aber die Show blieb in eigener Regie bestehen. Neben den Neuvorstellungen, den witzigen Spots und den Rollenspielen, hatten Owens und Clark in jeder Show auch einen Spot zum Spielen und Spaßhaben – und beide waren Mitglieder des populären HEE HAW-Gospel-Quartetts. 1986 verließ Owens HEE HAW. Sein Part wurde nicht neu besetzt, obwohl die Show bis 1994 lief.

Als seine Plattenverkäufe nicht mehr so gut liefen, war Owens nur noch eines der Gesichter der HEE HAW-Show. Bis Mitte 1980 Dwight Yoakam daher kam. Wie Owens war Yoakam ein begeisterter Anhänger der West-Coast Country-Musik und verkündete lauthals seine Bewunderung für den alten Meister. Tatsächlich machte Yoakam so viel Lärm und richtete sogar eine persönliche Bitte an sein Idol, dass Owens „The Streets of Bakerfield“ mit ihm machte und sogar ein Video darüber drehte. Das wurde 1988 ein Nr. 1-Hit, und es war das letzte Mal, dass Buck Owens einen solchen Erfolg hatte.

Im gleichen Jahr kehrte Owens zu seinem alten Label, Capitol Records, zurück. Aufgrund dieser Zusammenarbeit entstanden zwei Alben und fünf Singles, die allerdings nicht unter den Top-20 landeten. Aber sein Duett mit Ringo Starr auf „Act Naturally“ im Jahre 1989 landete auf Platz 27 der Charts. Zu diesem Album gab es ein amüsantes Musik-Video im alten Western-Stil. Owens‘ Manager, McFadden, spielte die Rolle des Sheriffs und der Schauspieler Vic Tayback (spielt den Mel in der TV-Serie Alice) war als Barmann zu sehen.

1996 wurde Owens in die Country Music Hall of Fame und in die Nashville Songwriters Hall of Fame aufgenommen. Kurz vorher, im gleichen Jahr, hatte er sein riesiges Crystal Palace in Bakersfield eröffnet, wo er regelmäßig auftrat.

Quelle: Wikipedia.com, the free encyclopedia

* * *

Und hier noch einige Nachrufe:

Buck, Sohn eines Erntehelfers und Saisonarbeiters, träumte von einem besseren Leben. Die Musik bestimmte sein Leben und führte ihn heraus aus den Feldern und hinein in die Künstler-Karriere. Er war ein Künstler, der nicht nur seinen Traum vom Erfolg wahr machte, sondern auch einen Sound erfand, der die Welt im Sturm eroberte.

„Buck war der Esel auf der Farm der Owens,“ schreibt Rich Kienzle. „Als Alvis Edgar Owens, Jr. eines Tages ins Haus marschierte und sagte, sein Name sei auch Buck, akzeptierte die Familie dies. Und von da an war er einfach ‚Buck‘.“

1945 war Owens einer der Gastgeber in der Radio-Show „Buck and Britt“. Ende der 40er Jahre arbeitete Buck als Lastwagenfahrer und entdeckte das San Joaquin Valley in Kalifornien. Er war begeistert von Bakersfield, und so zogen er und seine Frau 1950 dorthin.

Rich Kienzle in seiner Biografie „About Buck“

Randy Lewis, Times Staff Writer

26. März 2006

Sänger fand Gold und Inspiration in Kalifornien

Buck Owens, dieser Bakerfield-Rebell, der in den 50er und 60er Jahren einen ganz besonderen Country-Musik-Geschmack nach Kalifornien brachte und im Central Valley ein Multimedia-Imperium aufbaute – ganz im Gegensatz zu seinem komischen Hee Haw-Image, starb am Samstag, den 25. März 2006. Er wurde nur 76 Jahre alt. Die Todesursache stand noch nicht gleich fest. Aber es war bekannt, dass dieser Gigant der Country-Musik seit Jahren mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Besonders, seit er sich 1993 einer Operation wegen Kehlkopfkrebs unterziehen musste.

Aufgrund einer Umfrage des Worth Magazine im Jahre 1992 wurde Buck Owens als der reichste Mann in Bakersfield ermittelt. Erst in 2002 wurde die Studie veröffentlicht.


In den 50er Jahren, als aus Nashville, der Hauptstadt der Country-Musik, nur Platten mit schmachtenden Violinen, wirbelnden Piano-Einlagen und Background-Chören kamen, brachte Owens diese ganz einfache Country-Musik, eine Mischung aus Chuck Berry und Hank Williams, heraus. Seine Musik wurde bestimmt von den einprägsamen elektrischen Gitarrenklängen seines Freundes und musikalischen Partners, Don Rich, und diesem energiegeladenen Rhythmus.

„Ich glaube, es gab noch nie zwei Menschen, die sich näher waren als Don und ich,“ sagte Owens anlässlich eines seiner seltenen Konzerte in Los Angeles im Jahre 1998. „Es war so, als könnten wir in das Hirn des Anderen sehen.“

Diese Beziehung war die Basis für Owens‘ Erfolg. Und als Rich 1974 einen tödlichen Motorradunfall hatte, war das für Owens ein unerträglicher Verlust. Owens machte nur noch sporadische Plattenaufnahmen. Irgendwann jedoch kam er noch einmal heraus aus seiner selbstgewählten Pensionierung und hatte mit „Streets of Bakersfield“ seinen letzten Nr. 1-Hit. Es war ein Duett mit Dwight Yoakam, einer der jüngeren Country-Stars, der von Owens schwärmte. Dwight hoffte, damit seine musikalische Glaubwürdigkeit wieder zu erlangen, die er aufgrund seiner Rolle als Heuknecht in Hee Haw eingebüßt hatte.

„Owens war ein Musik-Genie, ein musikalischer Erfinder,“ sagte Chris Hillman, ein Veteran des California Rock und der Volksmusik, ehemaliges Mitglied der Byrds, der Flying Burrito Brothers und der Desert Rose Band. „Seine Musik hatte so viel norteño und so viel Tex-Mex. Da war so viel Kalifornien-Einfluss drin, den Nashville einfach nicht hatte. Damit hat er Kalifornien einen Platz auf der musikalischen Landkarte verschafft. Die Musik war nicht besser, sie war einfach anders. Sie hatte mehr Ecken und Kanten.“

Robert Hilborn, ehemals Musik-Kritiker für The Times, sagte, Owens sei schnell bereit gewesen, etwas einfließen zu lassen, vor dem Nashville zurück schreckte: den Rock ’n‘ Roll. „Owens und sein unersetzlicher musikalischer Partner Don Rich übernahmen den Sound der jüngeren Generation, diese Energie und diese Fülle. Selbst nach so vielen Jahren ist es unmöglich, seine Hits zu hören, ohne mitzumachen.“

In Nashville gab es damals nur wenige Country-Musiker, die wie Owens über ihre Platten selbst bestimmen konnten und der sich nur durch ein Gerichtsverfahren in den 70er Jahren von Capitol Records befreien konnte. Dieser Sieg gab ihm und nicht der Plattenfirma das Recht, darüber zu bestimmen, wie seine Aufnahmen zukünftig veröffentlicht werden sollten. In den 90er Jahren, als Garth Brooks seinen berühmten Kampf gegen Capitol Records führte, bat er Owens um seinen Rat. Der Alt-Musiker empfahl ihm, unter allen Umständen für seine Master-Rechte zu kämpfen. Und Brooks folgte diesem Rat.

Sein Vermögen machte Owens durch die Lizenz-Vergabe seiner Songs für Filme, TV und Werbespots durch seine Radio- und TV-Stationen. Es gab Zeiten, in denen er über ein Netto-Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollars verfügte.

„Er hatte so unendlich viel Einfluss auf so viele Menschen, angefangen bei den Beatles als auch auf mich,“ sagte Merle Haggard – die andere Bakersfield-Legende, die so viel für die Country-Musik getam hat und früher in Owens‘ Band spielte, bevor er eigene Erfolge feierte. „Wir haben in den vergangenen Jahren manchen Kampf ausgefochten,“ liess Haggard durch seinen Sprecher ausrichten. „Aber wir waren immer auf der gleichen Seite.“

 Quelle: Wikipedia.com, the free encyclopedia

©CountryPat

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