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Chet Atkins

Geboren am 20.06.1924 in Luttrell, Tennessee als Chester Burton Atkins.
Gestorben am 30.06.2001.

Kaum ein Instrumentalist hat so großen Einfluß auf verschiedene Muiskstile ausgeübt als er! Nicht nur in der Country-Music war er „zuhause“,   sondern ebenso engagiert in der „Rock`N´Roll Szene“ und im Jazz! Gesungen hat er eigentlich nur sehr selten, ich habe das Glück, seine alte LP  „By Special Request“ (C.B. Atkins & C.E. Snow – Victor LSP 4254 von 1979) zu besitzen. Hier spielt er nicht nur mit Hank Snow im Duett, sondern singt mit ihm gemeinsam auch den Titel „Poison Love“ und da zeigt sich, dass seine Stimme sogar recht gut klingt.

Über 50 Jahre war er im Music-Business tätig. Viele Alben hat er im Laufe seiner Karriere eingespielt, darunter etliche mit anderen berühmten Stars. Begonnen hat er bereits 1932, als er, sowohl Guitarre , als auch Fiddle –von seinem Vater unterrichtet- erlernte.

Seine Mutter Ida war Pianistin und Sängerin. Als die Ehe in die Brüche ging, blieben er und seine Geschwister bei der Mutter. Diese verheiratete sich wieder und die Kinder bekamen einen Stiefvater, Willie Strevel. Als Chet 1936 einen schlimmen Asthma-Anfall hat, wird er auf Anraten des Arztes (Klimaveränderung) zu seinem leiblichen Vater geschickt, der inzwischen in Georgia eine Farm betrieb. Hier hörte er eines Tages im Radio Merle Travis und das, was er da hörte, faszinierte ihn! Er begann diesen Stil nachzumachen und als er soweit war, den Stil weiter auszubauen und zu vervollständigen. Nach dem Abschluß der Highschool in Georgia beginnt er ernsthaft mit seiner Musiker Karriere. Als Fiddler steigt er bei der Band des Sängers Bill Carlisle ein, der auch der Komödiant Archie Campbell angehört und die beim Sender WNOX  in Knoxville unter Vertrag sind. Dem Stations Manager Lowell Blanchard gefällt sein Stil und er bringt ihn in der populären täglichen „Barn Dance Show“: „Midday Merry-Go-Round“   unter.

 

1945 wechselt er als Solist zu WLW  in Cincinatti und in den ersten Monaten des Jahres 1946 arbeitet er mit „Johnny & Jack“  in Raleigh, N.C., bevor er nach Chicago geht.

Dort wollte gerade Red Foley(*) den Sender WLS und die Sendung „National Barn Dance“ verlassen, um die „Opry Sendung“: „Prince Albert Show“ zu moderieren. Er heuert sofort Chet Atkins an und dieser macht sich auf den Weg nach Nashville.

Hier macht Chet seine erste Solo-Platte, eine Single-Aufnahme: „Guitar Blues“ für das lokale „Bullet“ Label.

Springfield, Missouri muß damals ein wichtiger Ort für Country Künstler gewesen sein. Leider habe ich davon 1968, als ich dort auf der Durchfahrt übernachtet habe, nichts davon gewusst! Atkins landete dort beim Sender KWTO. Vom Leiter der Radiostation, St. Simon bekam er den „Spitznamen“  CHET. Leider waren andere einflussreiche Leute am Sender dafür verantwortlich, dass er, weil sein Stil zu gefällig und zu wenig „hillbilly“ war, wieder gefeuert wurde. Inzwischen aber hatte Simon dafür gesorgt, dass sich Plattenfirmen für seinen „Schützling“ interessierten. „Das Rennen“ machte Steve Sholes von RCA, der ihn als Sänger und Guitarrist 1947 engagierte!

1948 kommt er noch einmal zu WNOX zurück, wo er mit Homer & Jethro, sowie Mother Maybelle & the Carter Sisters  als Leadguitarrist auftritt. Danach arbeiten sie als Team beim Sender KWTO bevor sie 1950 zur „Grand Ole Opry“ kommen.

Mit der Hilfe von Fred Rose wird Chet einer der ersten, später berühmten Session-Musiker in Nashville!

Sogar mit dem legendären, leider viel zu früh verstorbenen Hank Williams hat er Aufnahmen gemacht! Auch mit Wade Ray und Webb Pierce spielt er bereits in seiner Anfangszeit. Später kommen dann unzählige bekannte Country-Stars dazu, auf deren Alben er mitspielt.

Sein erster „Chart-Hit“, eine Coverversion des „POP-Hits“: „Mr. Sandman“ kommt 1955 auf den Markt. Es folgte eine erste Duettaufnahme mit Hank Snow: „Silver Bell“.

Während der 50er Jahre arbeitet er eng mit Steve Sholes zusammen, der ihn fördert und unterstützt. Sholes, eigentlich am Firmensitz in New York beschäftigt, kann nicht immer bei den Aufnahmen in Nashville dabei sein. So bekommt Chet die Freiheit, als sein eigener Produzer tätig zu sein! 1955 wird er sogar zum Manager von RCA-Nashville ernannt, was der Position eines Vizepräsidenten von RCA entspricht!!!

In der Zeit, als der  „Rock`N´Roll“ fast „Allbeherrschend“ ist und die Anzahl der verkauften Country-Platten abnimmt, tut er sich mit den Kollegen der anderen Plattenfirmen zusammen! Owen Bradley von DECCA, Don Law von COLUMBIA und Ken Nelson von CAPITOL, sowie er für RCA-Victor. Zusammen mit diversen anderen bekannten Studiomusikern wird ein Konzept entwickelt, das die Country-Music auf eine neue „Richtung“ bringen soll, dem Geschmack des Publikums angepasst.

So werden z.B. Fiddle und Steelguitar durch chorartige Background-Vocals ersetzt und die Songs für den Einsatz einer großen Streichergruppe arrangiert.

Damit war der  „Nashville – Stil“  geschaffen! Atkins war es auch, der Jim Reeves  und Don Gibson als erste dazu überredete, Songs in diesem Stil aufzunehmen. Das dieser Sound beim Publikum ankam, bewies der Erfolg! Aber auch weitere Interpreten, die er produzierte,wie z.B. Eddy Arnold, Skeeter Davis, Bobby Bare und Floyd Cramer, konnten hier neue Erfolge  „einheimsen“!

1965 nimmt Chet den  „schwarzen“ Country Sänger Charlie Pride bei RCA unter Vertrag. Da man befürchtet, daß das Publikum einen schwarzen Sänger nicht als  „Country“  akzeptieren wird, werden zunächst keine Fotos veröffentlicht. Erst, als sich der Erfolg einstellt, wird diese Tatsache auch dem Publikum preisgegeben.

Im gleichen Jahr hat Chet selber dann seinen größten Hit-Erfolg. Mit dem von Boots Randolf´s : „Yakety Sax“  gecoverten Song  „Yakety AXE“!

Außer seinen Solo-Alben nahm er auch diverse Duett-Alben mit anderen Guitarristen, wie z.B. Hank Snow, Jerry Reed, Merle Travis und Les Paul auf.

Im Jahr 1973 wurde er in die Country Music Hall of Fame aufgenommen.

Zwischen 1967 und 1988 wurde er 11 mal als Instrumentalist des Jahres geehrt!

1993 erhielt er von der National Academy of Recording Arts and Siences (NARAS) eine Ehrung für sein Lebenswerk und 1997 bekam er für den 1996 veröffentlichten Song „Jam Man“  einen Grammy!

Daß er bereits seit einigen Jahren an Krebs litt, habe ich nicht gewusst und traf mich sein Tod sehr überraschend und schmerzlich.

Dieter Mühlena

Teil-Discographie

(noch erhältliche Alben)

 

Gallopin´ Guitar – 4-CD-Box  –  CD 15714

Guitar Man (20 RCA Tracks 1959-73)  –  CD 75408

The RCA Years 2-CD  –  CD 99673

         Back Home Mymns  –  CD  BMG  44680

Read My Licks  –  CD  CK  53756

Almost Alone  –  CD  CK 67497

The Masters  –  CD   EAB 107

Chester & Lester/Guitar Monsters  –  CD  OW 35120

My Favorite Guitar/It´s A Guitar World  –  CD  OW 35121

Me And My Guitar/1.Nashville Guitar Quartet  –  CD OW 35122

Most Popular Guitar/Down Home  –  CD OW 35123

Mister Guitar/Chet Atkins In 3 Dimensions  –  CD OW 35125

Finger Style Guitar/Stringin´ Along With Chet  –  CD OW 35128

Hum And Strum Along/The Other Chet Atkins  –  CD OW 35129

Teensville  –  CD RCA 26053

Picks On The Beatles  –  CD RCA 53531

Essential  –  CD RCA 66855

 

Chet Atkins & Doc Watson

Reflections  –  CD SH 3896

 

Chet Atkins & Jerry Reed

Me And Jerry/Me And Chet  CD EAG 218

 

Chet Atkins & Tommy Emmanuel

Day Finger Pickers  –  CD CK 67915

 

Angaben entnommen dem „Bear Family Records“ Katalog 2/2001


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D-27727 Hambergen

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Fax: 04748 – 8216-20

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*der spätere Schwiegervater des US-Schlagersängers Pat Boone, der sich mit seinem Album„Texas Woman“ (Hitsville H6-40551) auch in der Country Music versuchte und dessen Tochter Debby Boone 1980 mit ihrem Album „Love Has No Reason“ (Curb BSK 3419) sich einen gewissen Namen machte.

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