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Dixie Chicks

Ein altes Sprichwort besagt: „There’s no place like Home“. Für die Millionen von Musikliebhabern, die die Dixie Chicks auf ihrer bisherigen musikalischen Reise von „Wide Open Spaces“ (1998) bis „Fly“ (1999) begleiteteten, ist es spannend mitzuerleben, wie die Country-Überflieger nach über 20 Millionen verkauften Alben mit ihrem neuen Longplayer nun an einem warmen und freundlichen neuen Ort ankommen, an dem sie sich ganz und gar heimisch fühlen – „Home“.

Hört man sich das fabelhafte neue Dixie-Chicks-Album genau an, verfällt man schnell dem Zauber des reinen und wohligen Sounds der „Chicks“. „Home“ – das erste Album der Gruppe auf ihrem eigenen Label „Open Wide Records“ – ist voller Songs, die in höchster Vollendung die musikalischen Wurzeln der Chicks zelebrieren. Und Wurzeln schlagen, sich niederlassen, das ist ein Schritt, den die drei hochtalentierten jungen Frauen auch in ihrem Privatleben jüngst vollzogen haben.

„Home“ entstand in Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Freund und Förderer Lloyd Maines, einem legendären texanischem Musikschaffenden und Vater des Dixie-Chick-Mitglieds Natalie Maines. „Alles an diesem Album hat irgendwie mit „Home“, mit zu Hause zu tun,“ erklärt diese. „Wir haben die Platte daheim in Texas aufgenommen. Dort haben wir mittlerweile alle unsere eigenen Häuser gekauft und sind glücklich verheiratet. Ein Baby haben wir schon und eins ist unterwegs. Und mit meinem Dad in Texas zu arbeiten war ein großer Spaß.“ Und Maines fährt fort: „Bis jetzt hat jedes Album, das wir gemacht haben, genau widergespiegelt, wo auf unserem Lebensweg wir gerade sind. Jetzt haben wir unsere Familien und damit einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden.“ „Wenn man mit Leuten arbeitet, die man gut kennt, kann man viel direkter kommunizieren, das macht es sehr einfach,“ erzählt Emily Robison. „Wir sind wie eine Familie, Lloyd ist wie ein Vater für uns und Natalie wie eine Schwester. Wir kennen uns so lange, das ist einfach unglaublich angenehm und entspannt.“

„Ziemlich stolz macht mich vor allem eins,“ sagt Natalie, „der Umstand, dass wir drei neben meinem Dad als Co-Produzenten fungiert haben. Wir hatten auch mit der Produktion der ersten beiden Alben zu tun, davon stand bloß nichts in den Credits. Das war uns damals nicht wirklich wichtig. Ich denke, dass ?Home‘ nicht nur unser bestes , sondern auch unser am besten produziertes Album ist. Es macht mich glücklich, dass wir einen großen Teil dieser wunderbarer LP in unserem bescheidenen Studio in Austin kreiert haben. Vieles haben wir haben allerdings auch Gary Paczosa zu verdanken, der die Platte abgemischt und ihr den letzten Schliff gegeben hat.“

Lachend beschreibt Martie Maguire das Studio, in dem die „Home“-Sessions stattfanden. „Das war ein winziges Häuschen aus Stein mitten auf einem Acker,“ erklärt sie, „aber mit tollem Equipment ausgestattet. Das Mischpult gehörte mal Elvis.“ „Home“ klingt genauso entspannt und unkompliziert, wie ein Album eben klingt, das ohne Zeitdruck enstanden ist und ohne den unschönen Zwang, unbedingt auf kommerzielle Verwertbarkeit achten zu müssen. Nach Jahren des kontinuierlichen Tourlebens ließen sich alle drei Dixie Chicks in Texas nieder, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. „Da saßen wir also zusammen in Texas und wollten eigentlich nicht unbedingt ein Album aufnehmen,“ erzählt Maines. „Wir sind ins Studio gegangen und wollten einfach die Musik spielen, auf die wir Lust hatten. Daraus ist dann wie von selbst unser drittes Album entstanden.“

Ihre ersten beiden, äußerst erfolgreichen Longplayer nahmen die Dixie Chicks in den besten Studios von Nashville auf. „Home“ hingegen nahm in Natalies Wohnzimmer erste Formen an, bevor man schließlich ins „Cedar Creek Studio“ nach Austin umzog. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass „Home“ einen ganz eigenen, persönlichen Sound hat. „Als wir mit dem Album anfingen, fühlten wir überhaupt keinen Druck, irgendwelche Vorgaben erfüllen zu müssen,“ sagt Martie Maguire. „Wir wollten uns einfach langsam aber sicher wieder an die Arbeit machen, neue Songs entwickeln. Natalies Babypause war ja eben erst zu Ende gegangen. Wir haben nachgedacht, welche Musikstile uns in der Vergangenheit beeinflußt hatten. Das passierte völlig unabhängig vom Erwartungsdruck eines Labels oder der Radiosender. Wenn ich mir das Album anhöre, bin ich stolz und überrascht, wie toll die Sachen geworden sind, die wir ohne viel herumgrübeln angegangen sind. Manches davon hätte ursprünglich nie auf die Platte kommen sollen. Es ist großartig, wie positiv die Reaktionen der Leute ausgefallen sind, deren Urteil uns wirklich wichtig ist. Es war doch eine sehr persönliche Erfahrung, dieses Album aufzunehmen. Schließlich ist ja ein wesentlicher Teil davon tatsächlich in unseren privaten Wohnzimmern entstanden.“ Auf „Home“ klingen die Dixie Chicks sehr sorglos und glücklich. Das Album wirkt sehr organisch, nach Bluegrass, und man merkt der Platte an, dass die Frauen hier Musik machen, weil sie es lieben wie nichts anderes. Das Resultat klingt zwar nicht uneingeschränkt traditionell, erinnert aber an den puren, zeitlosen Sound der großartigen Alben einer Emmylou Harris, die ihrerseits auch auf „Home“ mitgewirkt hat: Ihre unverwechselbare Stimme ist auf „Godspeed (Sweet Dreams)“ zu hören. Obwohl das Album mit Sicherheit auch den treuen Dixie-Chicks-Fans gefallen wird, zeigt die Platte eine ganz klare musikalische Entwicklung. Die Songauswahl reflektiert die Reife der Gruppe und erlaubt Sängerin Natalie ganz neue emotionale Ausdrucksmöglichkeiten. Natürlich wurden Dobro, Banjo und sämtliche Streichinstrumente von den Schwestern Emily und Martie persönlich eingespielt. Und selten zuvor kam das brillante musikalische Können der Gruppe so beeindruckend zum Vorschein wie hier.

Seit ihr Major-Debüt „Wide Open Spaces“ den Dixie Chicks zum Durchbruch im US-amerikanischen Country-Music-Segment verhalf, zieht das Trio mit seiner Musik, die gleichzeitig modern und traditionell ist, ein riesiges Publikum an. Die Geschichte der Chicks beginnt in den späten 1980ern, als sich die Schwestern Martie (Streichinstrumente und Backing Vocals) und Emily (Banjo, Dobro und Backing Vocals) mit den Sängerinnen Laura Lynch und Robin Macy zusammentun und die Dixie Chicks gründen. Der Name basiert auf der Handels-Bezeichnung für ein populäres Hühnchengericht („Dixie Chicken“). Am Anfang verdingt sich die Ur-Besetzung Chicks als Straßenmusiker in ihrer Heimatstadt Dallas, Texas. In dieser Zeit nimmt die Band jede Gelegenheit zu Live-Auftritten wahr, wenn er auch nur die vage Aussicht verspricht, vor einem halbwegs interessierten Publikum spielen zu können. Schnell machen sich die Chicks einen Namen als hervorragender Live-Act und nehmen in den frühen 90ern drei Platten auf, die bei Independent-Labels erschienen: „Thank Heavens For Dale Evans“, „Little Ol‘ Cowgirl“ und „Shouldn’t A Told You That“. Mitte der Neunziger beschliessen Emily und Martie, die Band personell zu verändern, und machen sich auf die Suche nach einer neuen Leadsängerin.

Und hier kommt die damals 21jährige Natalie Maines ins Spiel, die – nicht zuletzt dank der kompetenten Förderung durch ihren Vater Lloyd Maines – über fantastisches Talent und genau die richtigen Vorkenntnisse für den Job verfügt. Emily Robison wird nicht müde zu betonen, wie entscheidend und wichtig Natalies Beitritt zur Band war. „Für mich gibt es die Dixie Chicks vor und die Dixie Chicks nach Natalies Ankunft,“ erklärt sie. „Vorher waren wir eine andere Band mit einem anderen Line-Up. Vorher wuchsen wir heran, entwickelten uns, das war auch gut so, aber die Musik war völlig anders. Eine Band ist immer die Summe ihrer Teile. Wir haben den Namen behalten, obwohl sich in Wirklichkeit schon einiges geändert hat und wir seitdem eigentlich eine neue Band sind. Wir haben herausgefunden, wer wir wirklich sind. Und wozu wir musikalisch fähig sind. Das haben wir sicherlich den Eigenschaften zu verdanken, die Natalie mitgebracht hat.“ Natalies Ankunft gibt der Karriere der Dixie Chicks tatsächlich eine entscheidende Wendung. 1997 unterschreibt die Gruppe bei Monument/Sony Music und veröffentlicht im folgenden Jahr das wegweisende Major-Debütalbum „Wide Open Spaces“. Das Album verkauft sich mehr als elf Millionen mal, die dazugehörige erste Single wird zur am schnellsten verkauften Debüt-Single in der Geschichte der Country-Musik. Vom Album stammt eine Serie exzellenter Nummer-Eins-Hits wie „You Were Mine“ und das unglaubliche „There’s Your Trouble“. „Wide Open Spaces“ gewann den Grammy für das beste Country-Album und die Dixie Chicks als Band den Grammy in der Kategorie „Best Country Performance By A Duo or Group“. Einen weiteren Grammy gibt es für die Single „There’s Your Trouble“. Das Album beschert der Band außerdem den Preis der Country Music Association als „Beste Gruppe“, den Horizon Award sowie einen Preis in der Kategorie „Favorite New Country Artist“ bei den American Music Awards.

Auch „Fly“ (August 1999), das mit Spannung erwartete Nachfolge-Album zu „Wide Open Spaces“, wird ein riesiger Erfolg. Kritiker und Fans lieben es gleichermaßen und „Fly“ debütierte auf Platz Eins der Billboard Top 200 und der Country-Album-Charts. Es hält sich sensationelle 36 Wochen lang auf der Top-Position. Bald folgen die wohlverdienten Auszeichnungen – zwei weitere Grammies (in den Kategorien „Best Country Album“ und „Best Country Performance By A Duo or Group“ für „Ready To Run“), der „Entertainer Of The Year“-Award der Country Music Association und Trophäen von der Academy Of Country Music, sowie Preise bei den British Country Music Awards und den Billboard Awards. Von „Fly“ stammen Hits wie „Ready To Run“, „Cowboy Take Me Away“ und das kontroverse „Goodbye Earl“. Wie „Wide Open Spaces“ vorher, so wird auch „Fly“ mit dem Diamond Award des US-Musikindustrieverbands Recording Industry Association Of America (RIAA) für die Auslieferung von zehn Millionen Einheiten allein in den USA ausgezeichnet. Die Dixie Chicks sind die einzige weibliche Gruppe in der Geschichte, die diese Auszeichnung gleich zweimal bekommen hat. Neben der Tatsache, dass sie in erster Linie und sehr selbstbewußt für klassischen Country-Sound stehen, haben die Chicks auch immer wieder bewiesen, wie anziehend sie auf Pop- und Rock-Fans wirken. Als top-charmanter Live-Act überbrücken sie mit Leichtigkeit sämtliche Genre-Grenzen. 1999 etwa nahmen sie an der Lilith-Fair-Tour teil und spielten zusammen mit Eric Clapton, Keith Richards, Stevie Nicks und Chrissie Hynde beim Sheryl Crow & Friends-Konzert im Central Park. Die eigene Headliner-Tour der Dixie Chicks zur Veröffentlichung von „Fly“ beweist im Jahre 2000 eindrucksvoll, dass auch Country-Acts riesige Arenen ausverkaufen können und ein buntgemischtes, genre-übergreifendes Publikum anziehen. Die Tour, die für den TV-Sender NBC mitgeschnitten wurde, ist die erfolgreichste Tour eines einzelnen Country-Acts in jenem Jahr. Ausserdem gewinnen die Dixie Chicks den CMA „Entertainer Of The Year“-Award.

Anno 2002 melden sich die Dixie Chicks nach ihrer wohlverdienten Pause vom Tourstress mit ihrem dritten Major-Album „Home“ zurück, auf dem sie ihre ganz persönliche Geschichte. Ihr Medium sind die Songs, die sie alle entweder selbst geschrieben oder in ihrer unverkennbareren Art und Weise gekonnt interpretiert haben. „Dieses Album ist wie ein Buch mit vielen verschiedenen Geschichten darin,“ sagt Emily Robison über „Home“. „Jeder Song ist eine weitere Seite, das Album führt an so viele neue Orte, an denen wir noch nie zuvor gewesen sind. Wir sind sehr stolz und glücklich, dass uns ein so eigenständiges Album gelungen ist. Eine Platte, die anders ist als „Wide Open Spaces“ oder „Fly“ – aber mindestens genauso stark. Wir werden noch lange dabei sein und wir wollen nie aufhören, neue musikalische Territorien zu erkunden. Es gibt noch viele Geschichten zu erzählen.“ Erwartungsgemässig entert „Home“ im September 2002 in den USA die Billboard Charts auf Position eins. Ein halbes Jahr später hat das Album, das dem Trio insgesamt sieben (!) Grammy-Nominierungen einbringt, über fünf Millionen Käufer gefunden und rangiert nach wie vor in den Top 3 der Albumcharts. Im Februar gelingt „Home“ Sogar der Sprung zurück an die Spitze der Hitliste.   

DIE SONGS

„LONG TIME GONE“ (Text und Musik: Darrell Scott)
NATALIE: „Für dieses Album haben wir unsere Lieblings-Songwriter persönlich aufgesucht und Darrell Scott, der „Heartbreak Town“ auf „Fly“ geschrieben hat, bot uns schließlich diesen Song an. „Long Time Gone“ kreiert ein tolles Gefühl, einen großartigen Groove. Wir liebten es, ihn zu spielen und der Text gefiel uns auf Anhieb. Der Song war unsere erste Single in den USA, weil er toll ist und die perfekte Brücke zwischen unseren alten Songs und den neuen.“
EMILY: „Wir sind alle große Fans von Darrell Scott und der Song hier hat mich sofort gepackt. Es ist der perfekte Dixie-Chicks-Song. Ein funky Rhythmus, der Text ist gnadenlos direkt formuliert – tadellos!“

LANDSLIDE (Stevie Nicks)
MARTIE: „Natalie ist auf diesen Song gekommen. Die Wahl ist ziemlich interessant, weil sie eine Bluegrass-Version des Fleetwood-Mac-Songs machen wollte. Zuerst dachte ich, die Idee wäre ein wenig uninspiriert, weil die Smashing Pumpkins schließlich auch schon mal eine neue Version davon gemacht hatten. Aber als wir so mit Natalies Dad in ihrem Wohnzimmer saßen und probten, war ich plötzlich auch überzeugt davon. Vielleicht war es die Art, wie Natalie singt oder Emilys Entscheidung, auf dem Song Banjo zu spielen, aber auf einmal klang das unglaublich inspiriert und gut.“
NATALIE: „Ich war immer ein Fan von Stevie, aber noch nie zuvor hat ihre Musik mich so berührt wie jetzt, besonders der Song hier. Ich habe „Landslide“ eines Tages im Radio gehört und war hin und weg. Ich kenne das Stück schon ewig, aber habe es noch nie so tief empfunden, wie ich es jetzt tue. Ich habe mit Stevie darüber gesprochen, und es stellte sich heraus, dass sie den Song mit 27 geschrieben hat. Ich bin jetzt eben so alt. Ich finde die Erkenntnis schön und interessant, dass wir im selben Alter ähnlich empfinden und uns ähnliche Dinge wichtig sind.“
EMILY: „Mein Credo war immer: Mache nur eine Coverversion, wenn du den Song besser machst oder ihm zumindest eine neue Facette hinzufügen kannst. Ich wußte, besser kriegen wir das nicht hin. Aber zumindest anders. Jetzt ist der Song einer meiner Lieblings-Songs auf dem Album.“

TRAVELIN‘ SOLDIER (Bruce Robison)
EMILY: „Mein Schwager Bruce Robison hat das hier geschrieben, und als wir nach tendenziell eher akustischen Songs suchten, kamen wir sofort auf dieses Stück. Wir sind sowieso alle große Fans von Bruces Kompositionen. Das war einer der ersten Songs, die wir aufgenommen haben. Und es war uns immer klar: Dieses Stück muss auf unser Album.“
NATALIE: „In dem Song geht es um den Vietnam-Krieg. Bruce schafft es immer wieder, sehr tiefgründig über Dinge zu schreiben, über die eigentlich schon viele Lieder geschrieben wurden. Als wir den Song auswählten, war uns noch nicht klar, wie aktuell er heute sein würde.“
MARTIE: „Den Song habe ich zum erstenmal auf Bruces Album gehört. Emily sagte, „das musst du dir anhören“ und spielte ihn mir vor. Mir war sofort klar, dass dies einer der besten Songs war, die er je geschrieben hat. Sein Ansatz für dieses ernste Thema ist wirklich berührend.“

TRUTH #2 (Patty Griffin)
EMILY: „Das ist einer der beiden neuen Songs von Patty Griffin, die wir ausgewählt haben. Patty war mit uns auf der „Fly“-Tour, darauf sind wir sehr stolz. Was ich an Patty mag? Sie setzt ihre Erfahrungen sehr direkt um. Manchmal wünschte ich, ich wäre impulsiver. Vielleicht wäre ich dann eine bessere Songwriterin.“
NATALIE: „Wenn ich mit irgendeinem Songwriter tauschen könnte, dann mit Patty. Alle ihre Songs sind berührend, haben ein Thema. Sie hat nicht nur eine Hook und schreibt den Song außenherum, wie es andere Songwriter machen – inklusive mir. Sie zieht soviel Inspiration aus ihrem eigenen Leben und den Menschen, die darin eine Rolle spielen. Beide Songs stammen von einem Album, das sie nie veröffentlicht hat. Das ist schreklich für sie, aber schön für uns. Wir durften zwei wunderbare Songs aufnehmen, die noch nie zuvor jemand gehört hat.“
MARTIE: „Truth #2“ haben wir schon auf der „Fly“-Tour live gespielt und das Publikum fand den Titel toll. Es ist immer ein Risiko, in einer vollen Konzert-Arena einen Song zu spielen, den noch keiner kennt.“

WHITE TRASH WEDDING (Emily Robison, Martie Maguire, Natalie Maines)
MARTIE: „Zu dem Song hat uns unter anderem die Geschichte meines Mannes Gareth und mir inspiriert. Er kam aus Irland, hatte keinen Pfennig und die katholische Kirche wollte nicht erlauben, dass wir heiraten, weil ich schon einmal verheiratet war. So kam die Zeile „I shouldn’t be wearin‘ white and you can’t afford no ring“ zustande.“
EMILY: „Wir haben das hier in 15 Minuten geschrieben. Ich bin mir sicher, so klingt es auch. Als Ricky Skaggs mit uns auf Tour war, hat er jedes Konzert mit „Pig in a Pen“ angefangen. So etwas wollten wir auch machen und haben uns noch ein paar heiße Soli überlegt. Martie hatte schon einen Text, aber der paßte eher zu einem langsamen Song. Also beschlossen wir: „Das spielen wir einfach schneller, dann macht es mehr Spaß!“ A HOME (Maia Sharp, Randy Sharp)
MARTIE: „Das ist einer meiner Lieblings-Songs auf der Platte. Ich weiß, wie es ist in einem Haus zu wohnen, das langsam zerfällt. Ich kann mich an den Tag erinnern, als ich auszog. Da bin ich durch all die leeren Zimmer gelaufen und mußte eine ganze Menge Träume und Vorstellungen zurücklassen. Es war ein trauriges Gefühl zu wissen, das in diesem Haus kein Leben mehr sein würde. Ich habe die trostlose Leere eines Hauses gefühlt, das kein zuhause mehr ist.“
NATALIE: „Maia Sharp hat diesen Song geschrieben, ich glaube, zusammen mit ihrem Vater. Wir wußten gar nicht, dass sie auch Songs schreibt. Wir bekamen eine CD von Paul Worley, dem Produzenten unserer ersten beiden Alben, und dieser Song war einfach herausragend. Wir können es nicht erwarten, sie kennen zu lernen. Das ist ein wunderbarer Song.“

MORE LOVE (Tim O’Brien, Gary Nicholson)
EMILY: „Martie und ich waren unser ganzes Leben lang immer auf Bluegrass-Festivals und damals gab es noch diese Gruppe Hot Rize, die liebten wir damals. Ich mochte sie so sehr, dass ich Tim O’Briens Solokarriere nach seinem Ausstieg aus der Band mit großem Interesse verfolgte. Wir haben alle seine Solo-Alben und der Song hier ist einfach toll. In Texas hört man seine Stücke oft im Radio, da wird viel Americana gespielt. Das hier habe ich auch im Radio gehört.“
NATALIE: „Martie und Emily kennen Tim O’Brien schon ewig, weil sie schon immer Bluegrass mochten. Martie brachte die CD mal mit zur Probe und „More Love“ ist bei mir hängen geblieben, wahrscheinlich auch aufgrund der aktuellen Weltlage. Aber meistens denke ich an Nordirland und die Probleme dort, wenn ich den Song höre. Blutige Auseinandersetzungen im Namen der Religion, das kann ich absolut nicht verstehen.“

I BELIEVE IN LOVE (Martie Maguire, Natalie Maines, Marty Stuart)
MARTIE: „Ich mag diesen Song, weil er so einfach ist. Songwriter bemühen sich immer, auf möglichst neue, nie dagewesene Art und Weise über Liebe zu schreiben. „I Believe In Love“ klingt vielleicht nicht unbedingt neu, aber die Akkorde sind einzigartig und frisch. Wir haben diesen Song bei „America: A Tribute To Heroes“ gespielt, aber wir haben ihn schon vor dem 11. September 2001 geschrieben.“
EMILY: „Ich hatte einen wichtigen Arzt-Termin an dem Tag, an dem Marty Stuart zum schreiben nach Austin gefahren kam. Ich wohne zwei Stunden von Austin entfernt und habe es einfach nicht geschafft. An dem Tag wurden zwei Songs für das Album geschrieben. Ich hätte gerne mit Marty zusammen gearbeitet. Das war wirklich schade.“

TORTURED, TANGLED HEARTS (Natalie Maines, Martie Maguire, Marty Stuart) NATALIE: „Das ist der andere Song, den Martie und ich mit Marty Stuart geschrieben haben, als er nach Austin kam. Marty Stuart hatte die Idee für „Tortured, Tangled Hearts“. Darauf war er im Flugzeug gekommen. Und er hatte schon einige Zeilen fertig, wir haben dann unseren Teil dazu beigesteuert. Ich weiß nicht mehr genau, wer was gemacht hat. Aber es ist ein großartiger Song. Charlie – Emilys Ehemann – hat gesagt, das könnt ein Bluegrass-Klassiker werden. Und er sagte, es sei sowieso höchste Zeit, dass endlich auch mal Frauen einen Bluegrass-Klassiker schreiben.“
MARTIE: „Marty Stuart hatte die Grundidee für den Song und ich finde, er ist ein toller Musiker und Songwriter und eine großartige Persönlichkeit. Das ist ein Song, der schnell fertig wurde. Es fiel uns leicht, Harmonien zu finden.“

LIL‘ JACK SLADE (Emily Robison, Martie Maguire, Lloyd Maines, Teri Hendrix)
MARTIE: „Der kleine Slade kennt unsere Musik, seit er auf der „Fly“-Tour im Mutterleib mit dabei war. Als er seine Mutter im Studio besuchte, sprang er bei diesem Song begeistert auf und ab. Das musste einfach sein Song werden.“
EMILY: „Wenn man vom Bluegrass kommt, hat man immer einen Instrumental-Track auf dem Album. Nur so zum angeben. Das ist wie das Schlagzeug-Solo bei einem Rock-Konzert.“

GODSPEED (SWEET DREAMS) (Radney Foster)
NATALIE: „Radney schrieb den Song für seinen Sohn. Seine Frau zog mit seinem dreijährigen Sohn nach Frankreich, weil sie einen neuen Mann kennen gelernt hatte. Er wollte das verhindern, aber es gelang ihm nicht. Viele Leute denken, bevor sie die Credits lesen, ich hätte hier über meinen Sohn Slade geschrieben. Emmylou Harris sang auf Radneys Demo. Normalerweise übernehmen wir nur wenig von den Demos, die man uns gibt. Aber diesmal haben wir eine fast identische Version gemacht. Emmylou ist der einzige Gaststar auf dem Album und ich finde, sie singt wie ein Engel. Davon kriege ich echt Gänsehaut. Wir haben den Song einmal für Radney und seinen Sohn gespielt, als er zu Besuch aus Frankreich hier war. Und es war rührend, die tiefe Bindung zwischen den beiden zu beobachten. Sein Sohn hört sich den Song immer noch jeden Abend vor dem schlafengehen an. Und er ist inzwischen neun.“
EMILY: „Ich denke, das hier ist für Natalie, die einen Sohn hat, und für mich, die ich bald einen bekommen werde, etwas sehr besonderes. Wir gründen gerade alle eine Familie und das hier ist ein Song, den würden wir alle gerne unseren Kindern vorsingen.“

TOP OF THE WORLD (Patty Griffin)
MARTIE: „Ich habe den Song geliebt, als Patty ihn gesungen hat. Und ich war mir sicher, dass auch Natalie ihn mit Emotionen füllen würde. Ich fand die Möglichkeit gut, hier mit einem Orchester zu arbeiten. Obwohl ich schon seit Ewigkeiten keine Noten mehr gelesen habe.“
EMILY: „Top of the World“, das ist mal wieder Patty Griffin und sie ist toll. Ich bin froh, dass wir diesen Track gemacht haben, denn er eröffnet einem wirklich eine neue Dimension.“
NATALIE: „Das ist wahrscheinlich einer meiner Lieblings-Songs auf dem Album. Obwohl ich mich bei der Platte wirklich nicht festlegen kann, welches der schönste Song ist.“

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