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Jason Aldean

Die dunkelste Stunde ist die vor dem Sonnenuntergang.

Im Sommer 2003 war Jason Aldean so weit, das Handtuch zu werfen. Seine Plattenfirma strich ihn von der Liste. Sein Vertrag als Songwriter lief aus.Er hatte ein Baby, eine Hypothek und Ratenzahlungen für zwei Autos – und am Horizont seiner Musikkarriere war weit und breit nichts zu sehen. Fünf Jahre lang hatte er alles versucht, um in Nashville Erfolg zu haben. Und alles, was er für seine Bemühungen vorweisen konnte, war ein geplatzter Traum.

Aber einige Wochen später lag ein Angebot auf dem Tisch, und im Januar 2004 unterschrieb Jason bei Broken Bow Records. Er war auf der Liste mit so tollen Künstlern wie Craig Morgan („Almost Home“), Joe Diffie („Tougher Than Nails“) und Sherrie Austin („Streets of Heaven“). Der Mann, der fast aufgab, hatte eine ganz neue Perspektive.

„Ich hatte Zeiten voller Depressionen mitgemacht und nicht mehr gewusst, was ich tun soll,“ erinnert sich Jason Aldean. „Mitte 2003 war ich total frustriert und wollte zurück nach Hause. Ich hatte mich schon für verschiedene Jobs in Georgia beworben. Das war genau der Punkt, an dem ich dachte, ich würde ein Pferd erschlagen wollen, das schon tot ist. Ich wusste, wenn wir nach Hause zurückkehren, ist das das Ende für mich und meine Musik“

„Ich hatte keine Ahnung, was aus mir werden würde. Ich hatte Angst, dass, wenn wir hier blieben, wir alles verlieren würden – das Haus, die Autos, alles. Ich war nicht wirklich verbittert, mein Gefühl sagte mir, ich war hierher gekommen und hatte mein Möglichstes versucht.“
„Ich glaube fest daran, dass das, was geschehen soll, auch geschehen wird. Glücklicherweise war das bei mir der Fall. Ich meine damit, das Blatt wendete sich von total schlecht zu total gut.“

Jason Aldeans Broken Bow-Debut zeigte einen Sänger mit einer glänzenden Honky-Tonk-Stimme, die ehrliche Gefühle vermittelt. Und Country-Fans lernen ein wahrhaftig herausragenden Liederkünstler kennen.
Obwohl er erst Ende 20 ist, hat Jason Aldean eine Unmenge an Bühnenerfahrung. Seit seiner Geburt am 28. Februar 1977 wuchs er mit Country-Musik auf. Seine Eltern Barry und Debbie ließen sich scheiden, als er drei war. Er wuchs bei seiner Mutter auf, hauptsächlich in Macon, Georgia. Die Sommerzeit verbrachte er bei seinem Vater in Homestead, Florida.
„Mein Vater spielte Gitarre und ist ein ganz guter Sänger. Er ist eigentlich derjenige, der mich mit dem Musikvirus infiziert hat, denke ich. Er ist ein großer Fan von Merle Haggard und Johnny Rodriguez. Seit meinem zweiten Schuljahr ging ich zu Country-Shows. Das erste Konzert, das ich gesehen habe, war mit Kenny Rogers und den Gatlin Brothers. Das erste Musikalbum, das ich besaß, war Mountain Music von Alabama. Das habe ich immer noch. Sie waren immer meine Lieblingsgruppe, und das sind sie auch heute noch. Ich war schon 10 oder 15 Mal bei ihren Konzerten.“
„Im Sommer besuchte ich meinen Vater. Wenn er tagsüber zur Arbeit musste, zeichnete er mir immer Gitarren-Akkorde auf einen Notizblock, damit ich die Saiten mit meinen Fingern dann auch finden konnte. Ich habe den ganzen Tag dort gesessen und das geübt, wenn er zur Arbeit war. Wenn er dann nach Hause kam, haben wir seine Gitarre hervor geholt und zusammen gespielt. Und so
habe ich spielen gelernt.“
„Irgendwann war es soweit, dass ich mir einfach Songs anhörte und diese dann, nach ungefähr dreimaligem Anhören, nachspielen konnte. So habe ich eine ganze Menge Songs gelernt.“ Anfangs war die Lieblingsmusik George Strait mit „The Cowboy Rides Away“, Hank Williams Jr. mit „The Blues Man“ und, natürlich, Alabamas „My Home’s in Alabama.“ Beide Elternteile haben Jason bei seiner Musikkarriere unterstützt.
„Eines Tages saß ich zu Hause und sah mir die Country-Music-Awards im Fernsehen an. Ich habe einfach nur die Show gesehen. Plötzlich stand ich auf und sagte zu meiner Mutter: „Ich glaube, ich bin jetzt bereit, auf die Bühne zu gehen und zu sehen, was passiert, ob es geht.“ Sie kannte einen Burschen, der in einer Band in Macons VFW-Halle spielte. Sie rief ihn an und fragte: „Hey, kann mein Junge kommen und ein paar Lieder singen?“ Er sagte: „Na klar.“ Ich bin also da hin und sang, ich glaube John Andersons Song „Semiole Wind“ und „Sticks and Stones“ von Tracy Lawrence. 10 Leute waren da – und alle applaudierten. Ratet mal, wie das ist: Zuerst will man nicht da hoch, aber wenn man einmal dort oben steht, müssen einen die Leute von der Bühne wegzerren.“ Mit 14 Jahren hing Jason Aldean am Haken.
Er trat auf bei Talent-Wettbewerben in der Umgebung und auf örtlichen Rummelplätzen. Mit 15 war er Mitglied der „Haus-Band“ in Macons Abendlokal Nashville South. Ein Jahr später kaufte er sich von dem selbstverdienten Geld fürs Singen sein erstes Auto – einen 1985er Toyota-Kastenwagen mit verrosteter Ladeklappe. Nach Beendigung der Highschool war seine Zukunft klar. Er war ein Profi.
„Nach meinem Schulabschluss wollte ich weg, spielen und herumreisen. Ich wollte einfach nicht für weitere vier Jahre zur Schule gehen. Es war schon schwer genug, von der Highschool abzugehen. Eigentlich bin ich nur zur Schule gegangen, weil ich musste und weil ich Baseball spielen wollte. Das war alles. Also musste ich mich entscheiden – zum College mit einem Baseball-Stipendium oder zum Spielen in Clubs, Geld verdienen und Mädels kennen lernen. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer.
Sein Vater buchte für Jason und seine Band Termine in College-Städten in Florida, Alabama und Georgia, dann weiter weg – die Ostküste hoch. Eines der Bandmitglieder war Justin Weaver, mit dem Jason begann, Songs zu schreiben.
Jason Aldeans silberhelle Singstimme, die Original-Songs und sein gutes Aussehen erregten sofort Aufmerksamkeit. Obwohl er nicht Lasso schwingt und reitet, bezeichnet er sich stolz als „ungezügelt“. Allerdings mit gepiercten Ohrläppchen.
„In den Redneck-Clubs wurde ich deswegen angepflaumt,“ gibt er zu. „Ich bin in eine private Schule in Macon gegangen, dort wurden kurze Haare und solche Sachen verlangt. Aber gleich am nächsten Tag, nachdem ich die Schule verlassen hatte, bin ich losgegangen, um mir ein Ohrläppchen-Piercing machen zu lassen. Eines Tages entschloss ich mich dann zum Ausgleich und habe mir die andere Seite machen lassen. Mein Vater ist total ausgeflippt. Dann kam ich auch noch mit einem Tattoo nach Hause, da hat er sich fast die Zunge abgebissen.“
„Aber trotzdem sagte er mir immer wieder, wie gut ich singen würde. 1996 kamen wir hier nach Nashville und produzierten ein kleines Album mit acht Songs, die wir bei unseren Shows verkauften.“
„Als ich anfing, hatte ich keine Ahnung, wie man in das Musikgeschäft einsteigt. Mein Vater sagte: ‚Die Leute machen es so – sie spielen in Clubs, und wenn man gut genug ist, wird man von irgend jemandem entdeckt.‘ Das ist auch das, was ich wusste. Mehr nicht.“
Tatsächlich ist das auch so passiert. 1998 trat er mit seinen Original-Songs bei einer Veranstaltung des berühmten Atlanta Nachtclubs, The Buckboard, auf. Keiner der anwesenden Talent-Scouts der Plattenfirmen interessierte sich für ihn. Nur Michael Fox, damals Warner-Chappell Song Publishing Company, tat das. Jason wusste nicht einmal, was das ist – einer, der Songs veröffentlicht.
Trotzdem unterschrieb Jason Aldean den Vertrag, Songs für die Gesellschaft zu schreiben und zog am 1. November 1998 mit 21 Jahren in die Music City. Einen Monat später wurde ihm ein Plattenvertrag angeboten. Als das nicht so klappte, unterschrieb er sofort danach bei einem anderen Label.
„Als ich dort ankam, dachte ich, wie leicht das doch sei. Ich war gerade mal einen Monat hier und schon hatte ich einen Vertrag. Ich dachte ‚Das ist ja toll! Ich hätte schon vor fünf Jahren hierher kommen sollen.‘ Und dann holte mich die Wirklichkeit ein. Und ich begriff: es ist nicht so leicht.“
Nachdem die Termine für seine Aufnahme-Sessions mehrmals verschoben wurden, ließ ihn das zweite Label im Jahre 2000 fallen. Drei lange Jahre schleppten sich dahin.
In der Zwischenzeit hatte er seine Schulfreundin aus der Highschool, Jessica, am 4. August 2001 geheiratet. Und am Valentinstag 2003 kam ihre Tochter Keeley zur Welt.
Jessica nahm einen Job in einer Bank in Nashville an und drängte Jason, weiter zu machen. Auch Michael Knox, der ihm auch in schweren Zeiten zur Seite stand, tat das. Dennoch – Auftritte bei verschiedenen Veranstaltungen führten zu nichts. Der letzte Strohhalm war der Auftritt im Wildhorse Saloon. Aber der angekündigte Talent-Scout eines Labels kam überhaupt nicht. Dafür war ein Anderer da.
„Ich ging von der Bühne runter, und dieser Mann kam auf mich zu. Er ist das reinste Energiebündel. Sein Name war Lawrence Mathis, ein Manager. Er sagte: ‚Es gefällt mir, was Du da machst und deshalb möchte ich mit Dir reden. Was hast Du für Pläne? Was tust Du gerade?‘ Ich sagte: ‚Sie haben mich zu einem äußerst schlechten Zeitpunkt erwischt. Wahrscheinlich werde ich in ein paar Monaten zurück nach Hause gehen.‘ Aber am nächsten Montag traf ich mich mit ihm und erzählte ihm die ganze Wahrheit über meine Situation. Er sagte: ‚Lass‘ mich ein Jahr mit Dir arbeiten.‘ Ich erwiderte: ‚Ich schaffe ein
ganzes Jahr nicht mehr. Ich kann höchstens noch sechs Monate durchhalten.‘ Er war einverstanden. ‚O.K. Sechs Monate.‘ Fünf Wochen später erhielten wir das Angebot von Broken Bow.“
„Und jetzt beginnt die aufregendste Zeit meines Lebens. Die Aufnahme meines ersten Albums war ein so packendes Erlebnis. Endlich bin ich bei einem Label, das an das glaubt, was ich mache. Ich habe so lange darauf gewartet, eine solche Aufnahme zu machen. Und alles, was ich dazu sagen kann, ist – dieses Album ist Wirklichkeit, Wahrheit, und das bin ich. Ich hoffe, es gefällt Euch.“

Quelle: countrystarsonline.com/jasonaldean.com

CountryPat

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