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Walter Fuchs


walter_fuchsWie seine Fans und Hörer wissen, ist er Jahrgang 1935, studierte Nachrichtentechnik und leitete als Diplom-Ingenieur für das Fernmeldewesen TV-Übertragungsgruppen! Über die Jazzmusik fand er schon sehr früh den Weg zur Countrymusic, beließ es aber nicht nur dabei Platten zu sammeln, sondern knüpfte auch Kontakte zu dessen Künstlern, wobei einer seiner großen Favoriten augenscheinlich der kanadische Countryveteran Hank Snow zählte.

Bei einem meiner Besuche im Hause Fuchs, zwischen Mitte und Ende der 70er Jahre, staunte auch ich sicherlich nicht schlecht – über eine grandiose Countrysammlung in den Regalen, die sich vor solch einer Last fast vor Gästen zu verbeugen schienen, was an Gewicht dieser grandiosen Sammlung auf sie einwuchtete – und in der ein Hank Snow geradezu herausragte!

Walter, sagte ich: „also, entweder brauchst Du bald eine größere Behausung oder aber weiter sammeln ist nicht, das machen die Verstrebungen nicht mehr lange mit. Ein Gelächter von beiden Seiten – und seine Frau Marianne erlöste uns erstmal von dem „leicht ätzenden Regalwänden“ mit dem Ruf, das Mittagessen ist fertig.“


Nun, meine Wenigkeit war zwar nicht der ganz große Kenner auf diesem Gebiet, doch die Ableger des Rockabilly ließen immer wieder einen Faden zwischen meinem Fabel Rock And Roll – und der Countrymusic eine gewisse Harmonie herstellen. Nebenbei erfuhr ich dann von seinen diversen USA-Reisen und wie der damalige Gouverneur Winfield Dunn ihn zum Ehrenbürger des Staates Tennessee ernannte. Aber Walter hatte bei allem musikalischen Geflogenheiten zwischenzeitlich die fürsorgliche Pflicht des Familienvaters zu erfüllen. „Seine beiden Jungen, Boris und Patrick, sehe ich noch immer mit leicht staunenden Ausdruck auf dem Rücksitz des Audi, und – ob sie sich wohl später noch immer über diese „bärtige Type“ – mit dem für sie sicherlich so ungewöhnlich klingenden Akzent, wunderten?“


Der „Countryfuchs“ Walter“ ließ es sich aber auch nicht nehmen, mich in eine seiner Countrysendungen beim SWF Baden-Baden einzuladen, und ich konnte den Countryexperten, den sicherlich damals schon viele verehrten, livehaftig in seiner sachlich-fachlichen Art studiolike zusehen. Das war schon ein besonderes Flair, die Musik am Mikrofon erleben zu können, die in Deutschland auch damals noch immer, trotz Truck Stop, Dave Dudley und AFN-Sendungen unter einem gewissen „Minderheitenkomplex“ hierzulande rangierte.

Dabei erfuhr ich so nebenbei, dass Walter auch Lufthansamaschinen mit einem „Countrykanal“ versorgte – und nebenher für die Zeitschrift „Stereoplay“ Artikel verfasste!

Dazu kamen noch für die Kur- und Bäderverwaltung Baden-Baden die Organisation von sogenannten „Country Music Jamborees…“


Ein Dave Dudley ist nun auch nicht gerade mal irgendwer – selbst er ließ es sich nicht nehmen dort aufzutreten. Ansonsten kam Country im Radio selten mal bei den regionalen Sendern vor, doch es gab noch das gute alte Radio Luxemburg auf Mittel- und Kurzwelle und es gab dort zwei Freunde, die auch ich schätzen lernte, und die – wie auch Walter, für „meine kleine Fanzeitschrift“ regelmäßige Artikel verfassten, nämlich der „Achim“ und Manfred Vogel! „Country Coach USA“ hiess die Sendung mit Achim Graul – und „Country Corner“ das Fachblatt welches Manfred Vogel betreute, und der stets alle Neuigkeiten der Countryszene in beiden Sparten präsentierte. Dieses sei deshalb erwähnt, weil beide mit zu dem engeren Bekanntenkreis vom „Country-Fuchs“ – so betitelte ich die kleine Sparte von ihm, im damaligen „Fanzine“ – zählten!

Dann kamen die 80er Jahre – und mit ihr der grosse Radioumbruch. Mehr Privat als Staat war angesagt. Fast jeder „Schreiberling“ einer Boulevardzeitung und der irgendwie ein Mikro halten konnte, fühlte sich plötzlich berufen es mal als Moderator zu versuchen. Nur die Countrymusic, die erlebte noch immer keinen wirklichen Durchbruch bei uns. Wenn mal eine Sendung etwas länger geduldet wurde, dann war das angeblich schon mehr als gönnerhaft. Auch das einst so stolze Radio Luxemburg musste die Segel streichen. Das spätere RTL-Radio aus Berlin oder „Der Oldiesender“ wie er sich heute betitelt, ist nicht mal eine gelungene Alternative – und mit Country, da haben die schon lange nichts mit am Hut!


Es vergingen wieder Jahre, man telefonierte öfters miteinander – manchesmal erwischte ich auch nur die Marianne, doch bevor bei uns überhaupt Handys und andere Funkeigenschaften geduldet wurden, rief Walter auf seinem Urlaubstrip Richtung Süden vom Autotelefon an, waren das komische Geräusche, die so ein Fahrtwind verursachte, auf dem Handy kann man heute solches locker nachvollziehen, um mich später nach Baden-Baden einzuladen. Zwischenzeitlich hielt er mich immer mit seiner neusten Veröffentlichung zu Rezensionszwecken auf dem laufenden – und das „Wir-Gefühl“ blieb stets vorhanden. Wie sagte einer seiner damaligen Freunde vom Schweizer Radio immer, wenn es um Country ging: „Hast du die „Bibel“ dabei?“ Womit alles gesagt schien, damit war das kleine dicke Taschenbuch gemeint, ideal für die Jackentasche unterwegs vom Autor Walter Fuchs.

Auch Walter hatte diese leidvolle Erfahrung des Einlebens beim Privatsender durchlebt, und dennoch im Südwesten einen Sender gefunden, der ihm über all die Jahre hinweg mit mancherlei Bauchschmerzen für den Moderator verbunden, stets die Treue hielt.

Es sollten dennoch wieder Jahre ins Land gehen, bis Mitte der 90er genauer gesagt, da las ich in einer kleinen Randnotiz einer Fachzeitung, der Walter Fuchs kommt zu einer Autogrammstunde nach Hamburg, um sein Buch: „Der Country-Music“ – lag inzwischen schon in zweiter Auflage vor, zu repräsentieren. Und fast hätte man sich wieder verpasst, da ich zur gleichen Zeit bei meinem Freund Hajo Kreutzfeldt, einen Urgestein der frühen Beatgruppe The Rattles, einen Besuch angekündigt hatte. Aber der Hajo hatte großes Verständnis für diese Gelegenheit – und bei gleicher Session stieß ich unverhofft auf einen anderen Countryspezie, mit dem ich vor Jahren in Hamburg bei einem Privatsender; Radio Korah, selbst noch Country-Sendungen produzierte! Sollte der Jürgen Jakszentis dieses mal lesen, wird er wissen, auch er bleibt mir stets unvergessen!

Naja, nebenbei bemerkt, die Musikfreunde die Walter Fuchs besuchten waren alle gut sortiert, hatten sein Buch schon länger im Archiv und gleich selbst mitgebracht, um es signieren zu lassen. Der Veranstalter eines Hamburger Kaufhauses war darüber nicht schlecht erstaunt.

Bei dieser Gelegenheit, blieb mir nur noch die Hoffnung, dass meine Kamera, die ziemlich in den letzten Zügen lag, das kleine Ereignis noch auf Film zu bannen.

Wie wir hier sehen können, es klappte noch – doch der Zeitraum von 20 Jahren Vergangenheit hinterließ doch Spuren, nicht aber in der langjährigen Freundschaft, auch wenn manchesmal Jahre bis zum Wiedersehen vergehen, die wohl auch nicht „wie beim Film“ einfach wegzuschminken sind. Unserer Countryleidenschaft aber tat es nie einen Abbruch! Sicher, die heutige „Countrymoderne“ ist für viele nicht mehr der unbedingte Gradmesser. Und auch heute scheint der größte Teil der Bevölkerung „Country mit Kastelruther Spatzen“ zu verwechseln, dafür bleiben wir aber eben eine besonders stolze Fangemeinde! Gerne unterstreiche ich diese Gegebenheit für alle, die sich in jüngster Zeit über Printmedien oder Internet damit auseinandersetzen werden!

In diesem Sinne wünsche ich dir Walter und all deinen Freunden noch viele Countryjahre!

Ein Freund!
Burkhard „Börks“ Bogenschneider
Keep It Country

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