728 X 90

Josh Turner

Jeder neue Künstler träumt davon, das zu erreichen, was Josh Turner in 2003 mit seinem Debüt-Album, Long Black Train, erreicht hat. Durch diesen unvergesslichen Titel-Song mit leichtem Gospel-Sound verkaufte er mehr als eine Million Alben. Und Turner erhielt dafür von der einflussreichen Country Music Association zwei Nominierungen sowie von der Academy of Country Music eine Nominierung als bester neuer Künstler.

Dieses Debüt war aber nur der Anfang. Turners Studenten-Projekt, Your Man, zeigt ihn noch gereifter, unterstreicht seine Stärken noch mehr und ist, alles in allem, zu einem Portrait dieses Sängers als Künstler und als Mann geworden.

„Ich habe in der Zwischenzeit eine Menge gelernt“, sagt Turner. „Wir haben uns vor ein paar Tagen meine erste Platte angehört, und ich konnte es gar nicht glauben, wie gut sich meine Stimme entwickelt hat und wie gereift sie klingt.“

Dieser Reifeprozess hat viele seiner Fans überrascht. Bei seinen ersten Auftritten war es gerade diese volle, maskuline Stimme, die in diesem Musikgeschäft auffiel. Und die gleiche Stimme zeigt jetzt bei Your Man noch mehr Tiefe, ist noch ausdrucksstärker und hat noch mehr Qualität. Der Sound zeigt, welche Punkte für seine Entwicklung wichtig sind: mehr Selbstvertrauen, eine bessere Vorstellung davon, wo er seinen Platz als Künstler hat. Und die Erkenntnis, dass seine musikalische Karriere größtenteils davon abhängt, wie groß seine Bereitschaft ist, sich in seine Arbeit hinein zu knien.
„Ich liebe es, für meine Musik zu kämpfen,“ gibt er zu. „Ich gehe da raus auf die Bühne, um dem Publikum etwas Positives zu vermitteln. Und ich mag Musik, die uns zum Denken anregt.“

Und schon aus diesem Grund ist Your Man ein absoluter Sieger. Auf diesem Album wurden alle Emotionen verarbeitet – vom romantischen Herzen – zum Verstand – bis hin zu völliger Albernheit. Und das alles mit einer Verbundenheit zu den musikalischen Idolen, die ihn geprägt haben. Honky-Tonker John Anderson und der Bluegrass-Pionier Ralph Stanley, die beiden, die am meisten Einfluss auf ihn hatten, sind als Gäste auf dem Album zu hören; der Don Williams-Hit „Lord Have Mercy On A Country Boy“ erwacht wieder zum Leben – und selbst die als Tochter eines Bergwerkarbeiters berühmte Loretta Lynn wurde in dem etwas merkwürdigen „Loretta Lynn’s Lincoln“ verewigt. Und – als ob das noch nicht genug wäre – erinnert Turner an Johnny Cash, Dolly Parton, Charley Pride und sogar an den Spezialisten der Trucker-Balladen, Red Sovine. Die letzten, von Turner gesungenen Noten auf dem Album erinnern unbeabsichtigt an den Meister des Country-Gospels, dem verstorbenen J. D. Summer, mit dem „Way On Down“, dem Titel, den er auf einem der Elvis Presley-Hits gesungen hat.

Wie tief hier auf die Geschichte und die Emotionen eingegangen wird, zeigt sich unter anderem auch dadurch, dass sich Turner mit dem Album Zeit gelassen hat. Die ersten sechs Songs nahm er um Thanksgiving 2004 herum auf. Und es dauerte weitere sechs Monate, für dieses Projekt Songs zu schreiben oder fünf dazu passende Elemente hinzuzufügen. Daraus ist ersichtlich, welcher Reifeprozess hier eingesetzt hat und wie sehr auf Qualität geachtet wurde.

„Ich bin ein ziemlich geduldiger Mensch,“ gibt er zu. „Manchmal haben wir die Konkurrenz beobachtet und gesagt ‚Mensch, der hat schon wieder ein Album herausgebracht‘ oder ‚Mann, sein Album ist vor meinem draußen‘. Aber eigentlich interessiert mich das gar nicht. Mir ist es viel wichtiger, dass ich das Beste aus meinem Album mache, bevor es veröffentlicht wird.“
Dass Produzent Frank Rogers, Music Rows talentiertester junger Hit-Maker, an dem Album mitgearbeitet hat, war kein Nachteil. Rogers hatte bereits von Turner, Brad Paisley und Darryl Worley favorisiertes Material zusammengestellt, und er kannte Turner als einen konsequenten Künstler.

„Er stammt aus Sumter, South Carolina, und ich aus Florida. Das liegt ziemlich nahe beieinander,“ erklärt Turner. „Und deshalb haben er und ich eine Menge Gemeinsamkeiten. Wir sind beide große Fans der Country-Musik, und er produzierte mein erstes Album. Deshalb kannte er auch meine Stimme sehr gut. Er ist unglaublich musikalisch. Er weiß genau, wie man mit einer Band arbeitet, wann ich mich wohl fühle und was man tun muss, um ein großartiges Country-Album zu machen.“

Und ganz besondere Hilfe bekam Turner von einem „alten Hasen“ der Country-Szene, der dem Album Your Man eine unverwechselbare Note gab. Eddy Arnold, der insgesamt 67 aufeinander folgende Top-10-Singles hatte, war von Turner begeistert und freute sich riesig, sein Insiderwissen weiter zu geben. Bis heute hat Arnold großen Einfluss auf die Kult-Musik. Sein „Anytime“ ist der Titelsong der Ray Charles-Filmbiografie „Ray“. Und einen der größten Charles‘-Hits „You Don’t Know Me“ hat er mit geschrieben. Deshalb war Arnolds Wissen für Turner von unschätzbarem Wert.

„Er hat mir unheimlich viel geholfen,“ sagt Turner. „Aber, was ich am tollsten fand, als wir das Album machten, war der Rat, den er mir gab: ‚Geh‘ da raus und nimm ein Liebeslied auf, weil das die Zuhörer nachempfinden können.‘ Er sagte ‚Die Beziehung zwischen einer Frau und einem Mann ist für die Leute das, was sie am meisten bewegt.‘ Und genau das wollte ich auf dem Album umsetzen. Wir haben deshalb eine ganze Reihe dieser Songs aufgenommen. Und ich glaube, das war genau richtig.“

Zu den Balladen gehören „No Rush“, die von den Fans als „Barry White Country Song“ bezeichnet wird, und die anderen beiden Songs „Angels Fall Sometimes“ und „Gravity“, das er für seine Frau schrieb.

Turner wurde in Hannah, South Carlina geboren und verbrachte dort auch seine Kindheit. Seine ersten musikalischen Erfahrungen machte er in der Union Baptisten-Kirche. Zur Country-Musik kam er allerdings durch seine Oma, die Mutter seines Vaters. Sie machte ihn bekannt mit dem Southern Gospel Quartett, mit den Country-Stars Johnny Cash, Waylon Jennings, Roy Acuff und Ernest Tubb sowie den Bluegrass-Legenden The Osborne Brothers and The Stanley Brothers.

„Ralph Stanley hat eine solch einzigartige Stimme und hat damit für sich eine Nische gefunden,“ sagt Turner.“ Er ist derjenige, der die Musik der Bergwelt und die Bluegrass-Musik am Leben erhält. Er hat damit für diese Musikrichtung eine Menge neuer Fans gewonnen. Und ich gehöre seit meiner Kindheit auch dazu.“

Bis zum Alter von 14 Jahren war Turner nur ein Fan dieser Musik. Dann fand eine Charity-Veranstaltung der Kirche unter dem Namen „Aprils Fools For Christ“ statt, und seine Mutter meldete Josh und seine beiden Geschwister für je 25 Dollar an. Ihre Aufgabe war es, so lange vor allen Leuten eine alberne Person zu spielen, bis sie 25 Dollar zahlen konnten. Aber keines der Kinder hatte 25 Dollar. Und für die spätere Entwicklung von Josh war es ein absoluter Vorteil, dieses Geld nicht zu haben.

„Deshalb musste mein Bruder Steve Urkel von „Family Matters“ nachäffen, meine Schwester musste einen Stepptanz vorführen und ich sollte den Song „Diggin‘ Up Bones“ von Randy Travis vorsingen,“ erinnert sich Turner. „Aber ich wollte das nicht, ich hatte schreckliche Angst. Das war das erste Mal, dass ich einen Country-Song vor Publikum singen sollte. Natürlich lief dazu die Karaoke-Musik im Hintergrund, und die meisten Leute glaubten, ich würde nur die Lippen zu Randys vorgesungenem Text bewegen. Es gab sehr viel Applaus für meinen Auftritt. Und da hat es „klick“ gemacht. Wenn das so viel Spaß macht, dann will ich das weiter machen.“

Kurz bevor er die Highschool abschloss, freundete er sich mit einem Mädchen einer anderen Highschool an. Sie erzählte ihrem Chor-Direktor über sein Interesse an einer Karriere in der Country-Musik. Und der verantwortliche Dirigent empfahl ihm, die Belmont Universität zu besuchen, eine Schule, die ein Musikprogramm anbietet und die in unmittelbarer Nachbarschaft zu Nashvilles Musikzentrum liegt.

Nach einigen Vorbereitungs-Kursen an der Francis Marion Universität in Florence, South Carolina zog Turner um nach Belmont und gehörte dort als Sänger zu der Stamm-Mannschaft. Durch einen Studienkollegen lernte er den Musikproduzenten Jody Williams kennen, der ihm zu einem Songwriting-Deal verhalf. Als Gegenleistung arrangierte Williams ein Meeting bei MCA, das letztendlich Turner einen Plattenvertrag einbrachte.

In Belmont traf Turner seine zukünftige Frau Jennifer Ford. Im Juni 2003 heirateten Josh und Jennifer, genau vier Monate vor dem Erscheinen des Albums „Black Train“. Jennifer gehört als Hintergrund-Sängerin und Pianistin zu seiner Band.

Als Belmont ihn im September 2004 mit dem Curtain Call Award auszeichnete, war er außer sich vor Freude. „Ich habe denen gesagt, dass ich von Belmont mehr als nur eine Auszeichnung bekommen habe. Ich erhielt einen Plattenvertrag und fand eine Ehefrau.“

Nach seinem ersten großen Erfolg konzentrierte sich Turner auf sein zweites Album. Er experimentiert mehr mit verschiedenen Emotionen und setzt auch mehr seine unverwechselbare Bass-/Bariton-Stimme ein. Obwohl er sich damit von seinen bisherigen Idolen absetzt, achtet er genau darauf, dass sein Markenzeichen erhalten bleibt und nicht etwa zu einer neuen Identität wird. Deshalb wählt er Material aus, das es ihm erlaubt, seine tiefere Stimme so einzusetzen, dass sie seine Texte glaubhaft rüberbringt.

„Diese tieferen Töne sind mein Ding und gehören zu meinem Stil,“ erklärt er. „Der Begriff, der meine Art von Musik richtig beschreibt, ist der von South Carolina Low Country. Das ist die Region in South Carolina, rund um Charleston, Hilton Head und Beaufort. Ich habe deshalb den Begriff „South Carolina Low Country“ als Beschreibung für meine Musik übernommen.

Letztendlich ist Turners Stimme ein Instrument, mit dem er Einblicke in seine Welt vermittelt. Seine Ehefrau, sein musikalischer Hintergrund und sein tiefes Verständnis für seine Kunst ist deutlich auf dem Album „Your Man“ zu spüren – ein ungewöhnlich endloses Werk eines Studenten. Dass er sein erstes, mit einem Preis ausgezeichnetes Album als Debüt bezeichnet, trifft den Nagel auf den Kopf: Es ist erst der Anfang und die Einleitung zu einem beeindruckenden und sich entfaltendem Künstler.

Quelle: joshturner.com

Unsere Leser

Empfehlen Sie uns

Archive

Top Partner

css.php