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Kenny Chesney

Kenny Chesney, geboren und aufgewachsen im winzigen Luttrell, Tennessee, ist der ganz normale Typ. Vielleicht einer der Langsamsten in der Geschichte des High-School-Footballs – aber er schaffte es ins Team. Er war verliebt in ein paar Mädchen. Er hatte ein bisschen Spaß. Er ging aufs College. Er hatte einen Traum. Und dann hat er sich mit allem, was er hatte, daran festgebissen.

„When The Sun Goes Down“ beschreibt in vielfacher Hinsicht den Verlauf des Lebens, die Suche nach Liebe und das Festhalten an Träumen. Bei diesem Mann, dessen Konzerttour 2003 nur noch von Bruce Spingsteen und der Dave Matthews Band übertroffen wurde, kann man sich darauf verlassen, dass er mit seiner Musik es so ausdrückt, wie es wirklich ist. Wie zum Beispiel in „There Goes My Life“, das davon handelt, wie unvorhergesehene Tragödien oft der wirkliche Grund für das Leben sind, die bittersüße Suche der Seele und das Leben, das unaufhaltsam weiter läuft „Old Blue Chair“ oder der durchlaufende Titelsong über das Leben auf der Insel mit Unkle Kracker als Gast – das sind die Phasen und Stationen des eigenen wirklichen Lebens.

Tatsächlich ist Chesneys eigenes „I Go Back“ ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Musik für das eigene Leben mehr als nur ein Soundtrack sein kann – eher ein Partner, mit dem man die Augenblicke, die Orte und was gesagt wird, beschreiben kann. „Dieser Song handelt von meinem Leben, wie ich aufwuchs und die Art, wie bestimmte Songs dich an diese Momente erinnern, als etwas geschah – und Jahre später, wenn sie dich unvorbereitet treffen und wieder mitreißen.“


„David Farmer, mein Road-Manager, und ich stiegen am Tage des Schulabschluss in seinen Wagen und fuhren nach Myrtle Beach. Sobald ich den alten Boden einer Turnhalle rieche, habe ich wieder diese kurzen Hosen an. Ich sehe dieses eine Mädchen, das ich damals geküsst habe und meinen allerbesten Freund, der nach Jacksonville zog und mit 17 durch einen Autounfall ums Leben kam. Das sind die Songs dieser Leute, dieser Orte und dieser Zeiten. Davon handelt „I Go Back“. Und vielleicht spreche ich damit auch denjenigen aus der Seele, die sich diese Musik anhören.“


Hier geht es um die Vielfalt des Lebens. Chesney, der vier der elf Songs für Sun geschrieben hat, zeigt, wie man von den Strömungen von einem Moment zum anderen getragen wird. Als „No Shoes, No Shirt, No Problems“ herauskam, war Chesney ein junger Mann am Wendepunkt – voller Liebeskummer, der versuchte, sein Gleichgewicht wieder herzustellen und seinen Platz in dieser Welt zu finden.


Seit den letzten drei Jahren ist Kenny Chesney endlich angekommen – und der gleiche geblieben. „Ich träume immer noch,“ sagt der Mann, der als erster im Neyland College-Football-Stadion der Universität Tennessee gespielt hat, nachdem Michael Jackson mit seiner Victory-Tour, die alle Rekorde brach, in Knoxville war. „Ganz ehrlich. Ich träume immer noch den gleichen Traum wie zu der Zeit, als ich in Johnson City in das Musikgeschäft ging und eine geliehene Tonausrüstung in mein Auto lud – um dann eineinhalb Stunden bis nach Galax, Virginia zu fahren und dort bis zwei Uhr morgens zu spielen.“

„Dann fuhr ich zurück, schlief im Auto bis das Musikgeschäft wieder öffnete, brachte das Zeug zurück, holte mir bei McDonalds etwas zu essen und ging zur Schule. So sehr hat die Musik in mir gebrannt, obwohl mein Traum eigentlich unmöglich war – und daran sollte man denken: ganz egal, wo man ist, es gibt so viel, was man erreichen kann.“


Mit der 2002 Billboard-Country-Single des Jahres in der Tasche – seiner siebenwöchigen Nummer 1 „The Good Stuff,“ die auch als Top-Single der Academy of Country-Music den ACM-Award 2003 gewonnen hat, der Freundschaft und dem Respekt von Künstlern wie Bruce Springsteen, John Mellencamp und Kid Rock und der von den meisten Fans besuchten Konzert-Tour in 2003 scheint es, als gäbe es nicht mehr viel. Aber dann würde man nichts wissen vom Feuer, das in Kenny Chesney brennt.


„Als die Tour ‚Margaritas ’n‘ Senoritas‘ zu Ende war und ich zu meinem ersten Urlaub in drei Jahren auf die Inseln fuhr, war das schon ein ganz komisches Gefühl, „ gibt er zu. „Plötzlich war das Geräusch der Straße weg und die Fans, die in vielerlei Hinsicht meine Freunde waren, verschwunden. Und es gab nur noch mich selbst und die Melodien in meinem Kopf. Das ist ein ganz anderes Leben – und man fängt an, darüber nachzudenken, was man tut und warum.“

„Eines Tages stand ich morgens auf, ging bis zur Mitte ins Wasser und hörte mir „No Shoes, No Shirt, No Problems“ in voller Länge an – ich habe es einfach aufgesaugt und daran gedacht, was es mir zu dieser Zeit bedeutete. Ich kannte diesen Jungen, der dieses Album gemacht hat, aber in den Jahren danach hatte ich mich als Person so weiter entwickelt, hatte viel gesehen und gelernt über mich selbst und andere Leute. Ich bin sehr stolz auf mein letztes Album, und darauf, dass ich dort so viel von mir selbst eingebracht habe – und ich wusste, was wir mit ‚When The Sun Goes Down‘ noch machen mussten – das gleiche – zeigen, wo ich heute stehe.


„Ich laufe nicht mehr weg. Ich nehme das Leben so, wie es kommt. Ich bin glücklicher als vorher. Ich bin viel kreativer und lerne, bessere Songs zu schreiben: ein Gefühl aufzugreifen und ihm eine Bedeutung geben, andere Leute mit einzubeziehen. Aber ich will auch noch Spaß haben. Davon hatten wir letztes Jahr eine Menge. Ich denke ‚When The Sun Goes Down‘ zeigt beide Seiten von mir.“


Und den Spaß hört man – das euphorische „Keg In The Closet“ – ebenfalls ein Original von Chesney – zeigt die wilden Nächte der Studenten. Und die Freiheit, herauszufinden, wer man ist und wie viel Spaß man haben kann, ist der Höhepunkt, diesen Moment zu erleben mit „dog named Bocephus“ und „going to class just to pass the time“ – sowie dem tropischen „When The Sun Goes Down,“ das davon handelt, sich an einen Ort zurück zu versetzen, an dem es sonnig und hell ist und jeder wissen will, wie du heißt.

„Ich habe eine Menge Leute auf den Inseln kennen gelernt, Menschen, die weggelaufen sind, weil sie auf einem Fischerboot glücklicher waren als zu Hause. Als ich das erste Mal dort ankam, wusste ich nicht, ob ich vor schrecklichem Liebeskummer davonlief oder einen Ort suchte, an dem ich mich besser fühlen würde. Seit meinem Aufenthalt in der Karibik weiß ich, dass ich vor nichts mehr wegrennen muss.


„Ich liebe es, zu Hause zu sein. Ich bin stolz auf meine Herkunft. Ich liebe alles, was mit diesem Leben zu tun hat – auch, wenn es wehtut, weil man davon so viel lernen kann. Es gehört einfach alles dazu. Als wir dieses Album machten, wollten wir uns nach der Wahrheit richten – dass man bis zu den Hüften versinken und jedes Gefühl zulassen sollte. Genieße jeden Augenblick – den bitteren und den süßen – alles das gehört zum Leben.“


Dieses Gleichgewicht auf der Suche nach dem perfekten Augenblick, der sich wie die Schaumkronen auf den Wellen wieder verliert, aber trotzdem im Herzen eingebrannt ist, zeigt sich in dem sehnsuchtsvollen Titel „Anything But Mine“, dem besten Springsteen-Song, den der „Boss“ nicht selbst geschrieben hat. Und dazu der halb gesprochene/halb gesungene Song „When I Think About Leaving“, wo man trotz Frust nach Gründen sucht zu bleiben, weil das sonst dazu führen könnte, alles zu verlieren, was wichtig ist.

„Die meisten Leute kämpfen einfach nicht mehr für die Dinge in ihrem Leben, die wirklich wichtig sind. Sie sagen einfach ‚Ach, wir haben uns auseinander gelebt,’ und vielleicht ist das nur Faulheit und fehlende Aufmerksamkeit. Wenn du wie ich etwas Wichtiges verlierst, dann wachst du endlich auf und denkst darüber nach.“

Es gibt einen perfekten Country-Song über Verlust und die Zerstörung abgebrannter Herzen in dem an „Mis’ry and Gin“ erinnernden Walzer „Being Drunk’s A Lot Like Loving You.“ Diesen Song schrieb er, wie er sagt, vor vielen Jahren auf einen Zettel und behielt ihn bei sich seit dem besagten Morgen „danach“. „Ich wachte auf, voller Liebeskummer und mit einem Kater, sah ihr Foto an und sagte ‘Being drunk’s a lot like loving you.’ Ob du betrunken oder voller Liebeskummer bist, der Schmerz bleibt einfach da. Für eine kleine Weile kannst du diesem Gefühl entkommen, dann ist es wieder da, manchmal schlimmer als vorher.

„Wenn man zuerst die Texte schreibt, weiß man, wie der Song sein soll. Und das Tolle an Country-Music ist, dass es da um diese Augenblicke und Gefühle geht. Also, ich bin „country“, so nannte mich einer meiner Zuhörer, und deswegen sage ich: Seht mal, von wo ich stamme. Ich bin dort aufgewachsen, wo Roy Acuff herkommt und auch Dolly Parton, Don Gibson, Dean Dillon. Auch Chet Atkins kommt aus meiner Heimatstadt!


„Egal, was du dir anhörst: Da, wo ich herkomme, sprichst du wie country, denkst du wie country, du bist country! Deine ganze Familie ist country. Das Essen ist country. Die Kirche, zu der du am Sonntagmorgen gehst, ist country. Und das ist gut so. Es hat eine Bedeutung. Es hat einen Wert. Und wenn du das alles beiseite schiebst, dann bin ich das. Deshalb wird das immer der Ort sein, zu dem ich zurückkomme.

Diese Leute von damals gehören immer noch zu seinem Leben und seinen Songs. Drei seiner besten Freunde aus der Kindheit gehören zu seiner Tour-Crew, eine Produktions-Mannschaft entstand aus den Leuten, die von Anfang an dabei waren. Dazu kam ein Manager, der eher ein junger Träumer war, der aber an die gemeinsamen Träume glaubte und sie realisierte, als keiner daran glaubte. Diese Leute werden weiterhin in Kenny Chesneys Nähe sein. Wenn man sich „The Woman With You“ anhört über Mädchen, die sich für Familie entscheiden – eine Entscheidung, die viele Leute als Vorwand abtun – bei Chesney hat das einen Namen und ein Gesicht.


„Candy Holt ist zweifellos die intelligenteste Person, die ich kenne,“ sagt er. „Sie hätte eine Bank betreiben oder zum Bundesgerichtshof gehen können, und wir ALLE, die damals das College besuchten, wussten das. Dann traf sie Tim, sie verliebte sich und alles andere war vergessen. Sie denkt noch nicht einmal daran, was daraus hätte werden können, sie liebt ihr Leben so wie es ist. Als ich diesen Song hörte, musste ich an sie denken – und an alle diese Mädels mit großen Träumen und viel Talent – die etwas fanden, das ihr Leben mit anderen Inhalten füllte und das viel mehr bedeutet.“

Was für eine Fähigkeit, dieses „viel mehr“ aus dem täglichen Leben, dem wirklichen Leben so umzusetzen. Wenn es einem der Stars aus der Nashville Musik-Szene gelingt, dann ist das Kenny Chesney, der 5’6″ (kleine) Songwriter für Acuff/Rose, der für Trinkgeld spielte und für andere Leute Autos einparkte – und dessen Glaube an seinen Traum ihm zu dem größten Starruhm verhalf. Aber dieser Mann, der als „The Sexiest Country Singer Alive“ bezeichnet wird, weiß, dass Umsetzung viel mehr als nur das Aufzeigen von Höhen und Erreichtem ist.

Zum Beispiel „Some People Change,“ ein Song über den sich weiter ausbreitenden Rassismus und die zunehmende Drogenabhängigkeit. „Das ist nicht unbedingt das, was die Leute von mir erwarten,“ gibt Chesney belustigt zu. „Was die Leute vergessen ist, dass dieses Verhalten angeboren ist, dass man damit aufwächst. Als ich noch in der Highschool war, hatten wir einen solchen Vater, in dessen Haus wir eine Party der Fußballmannschaft feierten, und ich erinnere mich sehr gut daran, wie wir alle uns geschämt haben, als er über einen unserer farbigen Freunde hergezogen hat.“

„Und in diesem Augenblick tat unser Freund das Mutigste, das jemand je getan hat: er sagte seinem Vater, dass unser Freund nicht das Haus verlassen werde. Und wir waren alle der gleichen Meinung. Wir befürchteten, dass unser farbiger Freund denken könnte, wir würden genau so denken wie dieser Vater, weil wir so aufgewachsen sind. Als unser Freund für diesen Jungen aufstand, stand er für uns alle auf – und diese Lektion werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen.“

„Das war genau so wie bei den wirklich guten Freunden, deren Kampf gegen die Abhängigkeit ich miterlebte. Es ist ein ganz besonderes Gefühl mitzuerleben, mit welchem Mut Menschen durch die Hölle gehen und welche Ängste sie durchstehen. Das sind wirklich ganz mutige Leute und, wenn man sich etwas umschaut, gibt es sie überall. Man sollte das sehen, was sie sind, was sie tun und ihr werdet überrascht sein, wie inspirierend das für die eigene Situation, in der man sich gerade befindet, sein kann.“


Die Situation, in der man sich gerade befindet. Für Kenny Chesney ist das gerade ein toller Moment in seinem Leben. Da geht es um Herzensangelegenheiten, die Liebenswürdigkeit von Menschen, die Nähe zu den eigenen Fans, die Art, wie Andere sich in seinen Songs wieder finden und daraus eigene Schlüsse, Erkenntnisse oder Gründe für sich ableiten. In Grunde heißt das, man kann weinen, man kann genießen, mit allem Drum und Dran – und es ist immer so schön wie „When The Sun Goes Down.“

Quelle: countrystarsonline.com/kennychesney.com

CountryPat

P.S. Und es gibt auch einen ganz besonderen Grund, warum Kenny Chesney gerade so glücklich ist: Vor ein paar Monaten hat er Renée Zellweger geheiratet, die blonde US-Schau-spielerin. Und die ist gerade dabei, ein paar Pfunde zuzunehmen, weil es ihrem Mann besser gefällt. Keep it country, Kenny!

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