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Kitty Wells

The First Queen Of Country Music

Ja, die erste  –  und für lange Zeit (bis sie 1961 von Patsy Cline abgelöst wurde) die einzige  –  „Queen Of Country Music“  war Kitty Wells, die am 30.8.1919 in Nashville,Tn. als Muriel Deason geboren wurde. Sie war bis dato die erste Sängerin, die einen  Number One Hit  in den Country Charts landen konnte!

Dabei war dieser Song – zumindest die Melodie – gar nicht einmal neu – bereits diverse Versionen existierten davon – allerdings immer mit anderem Text und erstaunlicherweise wurden immer andere Komponisten angegeben! Es ist nicht einmal mehr genau bekannt, ob es nicht schon andere Versionen auf diese Melodie gegeben hat, als die Carter Family ihn zuerst auf Schallplatte herausbrachte. „Great Speckled Bird“  und  „I´m Thinking Tonight Of My Blue Eyes“  waren zwei dieser Titel und auch von  Roy Acuff  gab es schon eine Aufnahme, als  Hank Thompson  auf die Melodie  „Wild Side Of Life“  sang und auch genau die Melodie mußte dann für den  „Antwortsong“  herhalten, mit dem dann  Kitty Wells  der große Wurf gelingen sollte:  „It Wasn´t God, Who Made Honky Tonk Angels“.

Doch, bevor dem Song der Erfolg beschieden war, gab es erstmals Anlaß für einen Sturm der Entrüstung.  Der Text war anscheinend nicht eindeutig genug  und mußte  „in Windeseile“  entsprechend abgewandelt werden!, doch danach ließ sich der  „Siegeszug“  dieses Titels nicht mehr aufhalten.  –  Daß ein, als nicht eindeutig genug eingestufter Text  nicht nur in der damaligen Zeit  einen handfesten Skandal auslösen konnte, mußte vor gar nicht allzu langer Zeit  Sängerin/Songwriterin  Holly Dunn  erfahren !!!  Dieses als Kuriosum aber nur am Rande, zurück zu  Kitty Wells.

Wie damals (und z.T. auch heute noch) in den USA üblich, begann ihre musikalische Laufbahn im Bereich der Kirche. Aber schon relativ früh widmete sie sich der  „weltlichen“  Musik. Nicht nur bei Familienfesten, sondern spätestens im Alter von 15 Jahren war sie schon eine bekannte Sängerin bei Barn-Dances und kurze Zeit darauf begann sie eine professionelle Karriere beim Sender WSIX  in Nashville, zunächst gemeinsam mit ihrer Cousine als  „The Deason Sisters“.

Johnny Wright  –  ein damals schon recht bekannter Countrystar hatte sich vor einiger Zeit mit  Jack Anglin  zusammengetan – und die zwei traten als ein sehr beliebtes Duo gemeinsam auf. Bei einem Gastspiel in Nashville ergab sich für die Beiden auch ein Auftritt beim Sender WSIX  und  Johnny Wright  lernt die damals 16jährige Muriel kennen. Ihm gefällt diese junge Sängerin nicht nur musikalisch – und läd sie ein, sich ihm und Jack anzuschließen. Muriel willigt ein und zieht mit den beiden durchs Land. Ein Song der Carter Family  inspiriert  Johnny Wright  zu dem Künstlernamen für das neue Tourneemitglied. So wird aus dem jungen Mädchen  Muriel Deason  die Sängerin  Kitty Wells  und zwei Jahre später die Ehefrau von  Johnny Wright.

Erst in den 40er Jahren wird man  „seßhaft“, vermutlich zum Einen wegen des Nachwuchses, Tochter Ruby Wright war inzwischen geboren, vermutlich aber auch, weil  Kitty Wells  als Oprymitglied aufgenommen wurde.

Die  „Grand Ol´ Opry“  bekam Konkurenz, der Sender  KWKH  in Shreveport, Louisiana beginnt 1948 mit der Sendung  „Louisiana  Hayride“  und  Kitty Wells, Johnny Wright  und  Jack Anglin  sind neben den  Bailes Brothers  die ersten Stars der Sendung und tragen wesentlich zu derem Ruf bei. Viele Countrystars begannen hier ihre Laufbahn und gingen dann später an die Opry – auch Hank Williams Sr.  war einige Zeit Mitglied beim Louisiana Hayride! 

Was zur damaligen Zeit für eine Sängerin fast unmöglich war, nämlich Schallplattenaufnahmen zu machen, ergab sich für  Kitty Wells  Ende 1949, Anfang 1950. Steve Sholes  produzierte mit ihr acht religiöse Songs auf dem  

RCA – Label. Die einzige ernsthafte  „Konkurenz“  für  Kitty Wells war  Molly O´Day, die bereits Ende 1946 (16.12.1946) für  Columbia  Schallplattenaufnahmen gemacht hatte. Heute noch ist es unter Experten umstritten, ob nicht  Molly O´Day  die 1. Queen der Countrymusic geworden wäre, wenn sie nicht krankheitsbedingt auf längere Zeit hätte pausieren müssen.

Im Dezember 1951 zogen  Kitty Wells, Johnny Wright  und  Jack Anglin  wieder nach Nashville. Kitty  bekam von  Decca  das Angebot für Plattenaufnahmen, wurde wieder Oprymitglied und hatte dann 1952 mit demvon  Paul Cohen  geschriebenen  „Honky Tonk Angels“  diesen überwältigenden Erfolg. Übrigens, der Song hielt sich 16 Wochen lang auf Platz 1 der Charts! Dabei war zu diesem Zeitpunkt eigentlich geplant, daß  Kitty  gar nicht mehr mit auf Tournee gehen, sondern bei den  –  inzwischen 3  –  Kindern zuhause bleiben wollte. Das war natürlich nach diesem Erfolg nicht mehr möglich und  Kitty  wurde der dominierende Star der  „Johnny Wright~Jack Anglin  Show“ ! 

Zehn Jahre tourte man erfolgreich durch die Lande, sogar am Broadway trat man auf (1957) – bis Jack Anglin 1963, am 7. März, er wollte zur Beerdigung von Patsy Cline fahren, auf einer Ausfallstraße von Nashville tödlich verunglückte. Dies war ein herber Verlust für Alle  –  aber, „The Show Must Go On“, das Unternehmen wurde umbenannt in  „Kitty Wells ~ Johnny Wright Familyshow“.

Ruby Wright (geb. 27.10.39), die schon bei der  Roy Acuff Show  erfolgreich aufgetreten war, schloß sich ihren Eltern an und Sohn Bobby (geb. 30.3.42), der bereits mit 11 Jahren einen Plattenvertrag hatte, dann aber eigentlich nichts mehr mit Musik zu tun haben wollte und Schauspieler wurde, kam dann doch in den 60er Jahren zu der Familienshow und damit zur Musik zurück. Sogar erfolgreich, denn er konnte mit  „Lay Some Happiness On Me“  1967 sogar einen Hit verbuchen und war bis in die späten 70er Jahre immer mal wieder in den Country-Charts zu finden. Auch Schwester  Ruby  hatte 1964 mit  „Dern Ya“ einen  Top-Twenty Erfolg und danach noch zwei weitere, kleinere Hits.

Kitty Wells  selber hat außer ihren Soloalben auch Duettaufnahmen aus den 60er Jahren vorzuweisen. Webb Pierce, Roy Drusky und Red Foley (der Schwiegervater von Pat Boone) gehörten zu ihren Duett-Partnern, während sie mit Ehemann Johnny Wright , der übrigens mit  „Hello Vietman“  1965 , nachdem er erst 1964!  seinen ersten Hit mit  „Walkin´, Talkin´, Cryin´, Barely Beatin´ Broken Heart“ hatte, seinen größten Erfolg und einen  Number One Hit verzeichnen konnte, erst in den 70/80er Jahren gemeinsame Platten machte.

So ca. 50 LP´s hat  Kitty Wells  veröffentlicht und zwischen 1952 und den späten 70ern außer ihren  23 Number One Hits  viele Songs in den Charts, die z.T. bis weit in die  Top Ten gelangten.

Als sie schon längst bei  MCA  „abgeschrieben“  war, landete sie mit dem Bob Dylan Song  „Forever Young“ auf dem Capricorn – Label noch einen Überraschungshit .  Weitere bekannte Songs von ihr waren u.A.: „Password“, „Lonely Street“, „I´ll Reposses My Heart“, „Whose Shoulder“, „Left To Right“, „Please Release Me“, „Lonely Side Of Town“  und viele mehr.

Obwohl sie bereits 1976 verdienterweise in die  „Hall Of Fame“  aufgenommen wurde, war sie noch bis in die 90er Jahre aktiv. Noch 1988 tourten sie sogar in Europa mit Auftritten u.A. in Rotterdam und Peterborough, wobei aber die mit viel  „Klamauk-Einlagen“ versehene Show zumindest in Rotterdam nicht so sehr gut ankam.

Das letzte, was ich von ihr in Erfahrung bringen konnte, war ein Bericht von  Chistian Claesberg, der im September 1991 eine Show im  Mel Tillis Theatre in Branson/Missouri  besuchte und darüber im „Country Express“ Nr.80 v. Jan. 92 berichtete. Es ist anzunehmen, daß sie inzwischen auch in den USA nicht mehr  „on stage“  zu finden sein dürfte und hoffentlich ihren Lebensabend bei guter Gesundheit verbringen darf.

Dieter Mühlena 

Kitty Wells  –  Teildiscothek

 

Open Up Your Heart                                      – Pickwick

Kitty Wells                                                      – Vocalion

Heart                                                                – Vocalion

Forever Young                                               – Capricorn

The Kitty Wells Story                                     – MCA 

(zwei verschiedene Versionen USA/GB)

Greatest Hits                                                  – MCA

Guilty Street                                                    – MCA

A Bouquet Of Country Hits                            – MCA 

(Coverversionen bekannter Hits anderer Interpreten)

Dust On The Bible                                         – MCA

Golden Favorites                                           – MCA – DL 74108

Golden Favorites (mit Red Foley)                – MCA – DL 74109

Country Hit Parade                                         – MCA – DL 8293

Truck Drivers Sweetheart                              – MCA – MAPS 1026

Sincerely                                                         – MCA – MAPS 6057

I´ve Got Yesterday                                         – MCA – MPMS 5

The Original Queen Of Country Music                 – Bulldog  800 864

The Golden Years 1949-1957 – 5LP-Box           – BFX 15 239 *

Sings Songs, Made Famous By Jim Reeves      – HAT 3009 °

Kitty´s Choice                                                       – HAT 3018 °

Country Hitparade                                         – HAT 3037

Story (2-LP)                                                         – MCA2 – 4031

Golden Years                                                         – ROU  SS 13

Best Vol. 1                                                         – WRS 156

Best                                                                    – EX 213

Greatest Hits Vol. 1                                        – SOR 0046 (auch als CD) *

Greatest Hits Vol. 2                                        – SOR 0047 (auch als CD) *

K.W. & Red Foley                                        – Golden Favorites  –  MCA 83

K.W. & Red Foley                                        – Golden Favorites – MCL 1073 °

Hall Of Fame                                                          – CD  MCA 10081

Queen Of Country Music                                      – CD 15484

Queen Of Country Music 1949-1958 (4 CD+Booklet)         – BCD 15638 *

One Day At A Time                                             – CD KS 490

Greatest Songs                                                        – CD D2 77766

Duets                                                                  – CD PD 1342

Honky Tonk Angel                                               – CD P 10079 *

20 Greatest                                                         – CD TVC 6023 *

Queens Of Country Music –

Kitty Wells & Jean Stafford (Australia)            – CD 732 168 *

Pledging My Love                                       – Decca (LP!) DL 75313 (cut out) °

 

* = noch erhältlich bei:

 Bear Family Records P.O.Box 1154, 27727 Hambergen

° = noch erhältlich bei:

Harlekin Records , Jürgen Feuß, Postfach 110 142, 28081 Bremen

Dieter Mühlena

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