728 X 90

Marty Robbins

geboren am 26.9.1925 in GLENDALE/ARIZONA
gestorben am 08.12.1982 in NASHVILLE/TENNESSEE

Tagelang berichtete der „AFN“ im Dezember 1982 vom 3. oder gar 4. Herzinfarkt dieses so bekannten und beliebten „C&W“ Sängers, einer leider vergeblichen Bypass-Operation und schließlich von seinem Tod!!!
Eine der schillernsten Persönlichkeiten der Countrymusic war von uns gegangen – und KEINER konnte bis heute in seine Fußstapfen treten!!! Selbst sein eigener Sohn RONNIE ROBBINS schaffte dieses nicht, zumindest hier bei uns in Deutschland ist von ihm schon seit geraumer Zeit keine LP oder CD mehr auf dem Markt erschienen!
Lediglich in unserer Erinnerung (wer,wie ich, das Glück hatte, ihn persönlich zu erleben) und in seinen Songs, ist er uns erhalten geblieben!!! Dabei hat anfangs gar nichts darauf hingedeutet, daß dieser „Teil“ eines Zwillingspärchens (und noch weiterer 7 Geschwister) jemals etwas Besonderes werden sollte. Den Erzählungen seiner Zwillingsschwester Mamie Minotto nach, war Marty in seiner Kindheit und Jugendzeit ein teilweise nur sehr schwer zu ertragender Bruder!!! Obwohl sie ihren Bruder sehr gern hatte und fast Alles tat, was er wollte, hatte sie es nicht leicht mit ihm!!!
Einige Ereignisse in seinem Leben haben ihn auf gewisse Weise geprägt. Die Zeit,als er und seine Zwillingsschwester aufwuchsen, war eine sehr schwierige! Marty`s Vater, ein Einwanderer aus Polen, war der 2. Mann seiner Mutter. Sie hatte ihn kennengelernt, nachdem sie sich von ihrem 1. Ehemann getrennt hatte und in einem Lokal als Bedienung arbeitete. Schwierige Zeiten sollten Marty und seiner Familie auch noch weiterhin in`s Haus stehen. Eine Zeitlang hatten seine Eltern eine wohl recht gut gehende Schweinefarm – kurze Zeit darauf, waren sie „Pleite“ und lebten in einer mit Teerpappe überdachten Wellblechhütte in der Wüste. Niemand kann heute noch mit Sicherheit sagen, was damals tatsächlich geschehen ist und warum alles so kam . Marty hat es sich vermutlich zu der Zeit auch nicht träumen lassen daß er viele Jahre später einmal sein Geld als Sänger und Musiker verdienen würde. Dabei hatte er aber das Talent im Blut – und zwar gleich von zwei Seiten! Sein Vater war ein relativ guter Ziehharmonikaspieler und Sänger und vom Großvater „Texas Bob Heckl“ hat er wohl das Talent des Erzählens und des Erfindens von Geschichten gelernt! Marty`s Schwester erzählt: : „Mutter liebte die songs von Jimmy Rodgers und oft legte sie seine Platten auf das alte Gramophon. Sie konnte keinen einzigen Ton singen!, aber sie summte immer mit.Es hörte sich fürchterlich an und ich konnte es gar nicht begreifen,daß sie es nicht selber merkte. Mein Vater kam von Michigan, er hatte ganz andere musikalische Interessen. Soweit ich mich erinnern kann,hatte Vater eine recht gute Stimme, voll und laut. Aber er sang diese polnischen Lieder und er tanzte auch dazu Mein Bruder (Marty) konnte schon – nach Gehör- Klavier spielen, als wir noch in der 1. Klasse waren.. Wir warteten bis alle die Schule verlassen hatten und gingen dann in`s Klassenzimmer zurück.Da stand ein Klavier und er war ganz versessen darauf zu spielen. Zuerst Klavier, dann spielte er auf dem Xylophon und anschließend mußte alles, was dafür brauchbar war, als Trommel dienen. Mit den Stöcken schlug er überall drauf, Hauptsache , er konnte Rhytmen erzeugen Als wir seitab der Stadt in der Wüste wohnten, war es uns egal, daß wir wie „Streuner“ herumliefen. Es war eh alles staubig, wenn der Wind blies – und der blies fast immer! Den Unterschied zwischen uns und den anderen Kindern erkannten wir erst, als wir in die Stadt zogen (??? nach der Trennung der Mutter vom Vater , oder hat der Vater dem schlechten Beispiel vieler Männer jener Zeit folgend, die Familie verlassen???, Marty jedenfalls hat nie wieder etwas von seinem Vater gehört ! ) Da erst wurde es uns bewußt, wie wir in unseren Lumpen aussahen und wir fürchteten um unser Ansehen! – Aber da trugen wir schon den „Stempel“ -wir waren arm! Ich bin ganz sicher, das hat Spuren in Marty hinterlassen!!! Er liebte schöne Kleidung – man sieht es ja an seiner späteren Bühnengarderobe! Da holte er alles nach, kleidete sich besser, als die meisten Anderen! Vieleicht ein bißchen auffallend, aber nichts desto weniger, es repräsentierte auch seinen Erfolg!!!“ Mein Bruder hat nie im Leben den Eindruck gemacht, daß aus ihm mal ein Geschäftsmann oder ein Handwwerker werden könnte, denn das wäre ja mit Arbeit verbunden! Arbeit – körperliche Arbeit, da machte er einen großen Bogen drum herum !!! Ich glaube, als er aus der Marine entlassen wurde, hat er nur versucht, ob es möglich wäre, mit der „Singerei“ genug Geld verdienen zu können, um zu leben.!“

Einfügen in das Interview möchte ich hier: Marty hat erst während seiner Dienstzeit bei der Marine das Guitarren-Spiel erlerent – und während eines dienstlich bedingten Aufenthaltes auf einer der Südseeinseln hat er sich mit der Musik und den Gesängen der dort lebenden Bevölkerung vertraut gemacht! Marty Robbins dürfte der Einzige „Weiße“ gewesen sein, der in der Lage war, die Musik der „Hawaiianer“ autentisch zu interpretieren !!!!! Das Genie steckte in ihm, doch Niemand , selbst ER bemerkten es zumindest zunächst nicht! Marty`s Schwester,( von der ich viele Informationen bezogen habe, ) will diese Zeit nicht romantisieren, aber sie liebt die Erinnerungen an ihre Kindheit und sie ist sich sicher, daß auch Marty sich gerne an diese – gewiß nicht leichte- Kindheit erinnert hat. Bedingt dadurch, das sie mit ihm zusammen aufwuchs, zieht Mamie Minotto ihre Rückschlüsse auf Marty`s Verhalten als Erwachsener – auf den Mann, den nur ganz wenige wirklich kannten! Ganz sicher ist selbst sie sich nicht, was Marty dazu bewegte, sich den meisten Menschen gegenüber zu verschließen, sofern es sein Privatleben anbelangte.Aber sie hat es oft genug erlebt, wie er sich geradezu einen „diebischen Spaß“ daraus machte, allzu Neugierige an der Nase herumzuführen“!!! „Die Geschichten, die bei den TV-Talkshows erzählt wurden, waren alle erlogen!“, sagt sie und lacht dabei ! „Er muß gewußt haben, daß sie ihn ausfragen wollten, erzählte ihnen irgendeine ausgedachte Geschichte und schickte sie damit in die falsche Richtung . Sie konnten natürlich nicht wissen,welche Lügen er ihnen allen auftischte!“ So ist es also nicht verwunderlich, daß auch heute noch in Fachbüchern und Artikeln immer wieder die abenteuerlichsten Behauptungen abgedruckt werden. Als Marty nach Beendigung der Dienstzeit aus der Marine entlassen wird, arbeitet er zunächst in laufend wechselnden Berufen. Er hatte dauernd einen neuen Job, entweder wollte er nicht bleiben, oder man warf ihn raus, weil er einfach keine Lust zum Arbeiten hatte! Lieber ließ er einen Job sausen, als daß er sich hätte anstrengen müssen! Marty hatte nicht im Traum einmal daran gedacht, er könne ein Star werden, er hat wohl einfach nur einmal ausprobieren wollen,ob es möglich wäre, mit der Singerei genug Geld verdienen zu können, um davon zu leben. Doch als er dann den Beschluß faßte Musik zu machen,wußte er, daß es seine Bestimmung war. Als Musiker fühlte er sich wohl.Er mochte mit Menschen zusammensein und er liebte den „Spaß“, der in Verbindung zu dem Leben stand. Marty begann seine Karriere in den Clubs von Phoenix und Umgebung.Seine Vorliebe für Westernsongs gehen wohl auf Einflüsse aus Filmen mit Gene Autrey , die er schon in seiner Jugendzeit gerne sah, sowie an die Erinnerung an Erzählungen seines Großvaters „Texas Bob Heckl“ aus seiner Kindheit zurück! Dies ließ in ihm den Wunsch gedeien , es Gene Autrey nachzumachen. Und, was manche vielleicht gar nicht wissen , Marty spielte später in einigen Filmen des „Western-Genrees“ mit! Zunächst einmal aber erhielt er die Chance bei der Radio/TV Station KPHO in Phoenix eine eigene TV-Show „Western Caravan“ zu starten! Als Gaststar war eines Tages „Little“ Jimmie Dickens eingeladen, der von Marty`s Art so angetan war, daß er nach seiner Rückkehr nach Nashville beim Columbia Label dafür sorgte, daß Marty dort einen Plattenvertrag bekam! Innerhalb kurzer Zeit wurde MARTY ROBBINS einer der bekanntesten Countrysänger der 50iger Jahre! Berühmt wurde er durch seine „Western Songs“ , aber auch Songs aus anderen Bereichen z.B. : „Tex-Mex-Songs“, „Hawaiian Music“ , „Rock ´n Roll “ und vieles mehr wußte dieser so vielseitige Künstler zu interpretieren. Die meistens Songs schrieb er selber , es sollen insgesamt über 500 Songs sein , die aus seiner Feder stammen , nahm aber auch viele Lieder von anderen Komponisten auf. Darunter u.A. einen Song , den Udo Jürgens komponierte (den amerik. Text schrieb B.Raleigh) „Buenas Dias Argentina“ (auf seiner LP : All Around Cowboy , Columbia JC 36085).Anfangs hat er sich wohl auch nicht gedacht, daß seine Idee vom „leichten Geldverdienen“ so einfach in die Tat umzusetzen war! Aber nachdem es sich herausstellte, daß er mit seinen Songs Erfolg hatte, vergaß er Alles, was vorher war und konzentrierte sich voll – nein, nicht voll -auf die Musik! Da war nämlich noch eine andere Sache, die er genauso sehr liebte, wie die Musik – das Autorennen. Marty war, wann immer ihm die Karriere als Musiker dafür Zeit ließ, ein begeisteter Rennfahrer. Er hat viele Rennen gefahren, war teilweise sehr erfolgreich, hat aber auch einige spektakuläre Unfälle gehabt! Seine ersten Rennen fuhr Marty bereits in den Jahren 1959-60. Sein letztes Rennen fand am 7. Nov. 1982 vier Wochen vor seinem Tod in Hampton, Georgia statt ! Marty fuhr einen Buick Regal mit der Nr. 22. Er startete als 36igster Fahrer und beendete das Rennen als 33igster. Sein erster Film wurde 1957 veröffentlicht, der Titel : Badge of Marshal Brennan Marty spielte in diesem Film die Rolle eines Mexicaners namens Felipe, eines Outlaws und befand sich am Ende des Films auf der Seite des Gutens. Es folgten weitere Filme , teils „Western“ , teils „Musikfilme“, der wohl bekannteste seiner Filme wurde 1982 veröffentlicht: Honkeytonk Man mit Clint Eastwood! Aber zurück zum Musiker, seinen ersten Top Ten Hit hatte Marty bereits 1953 mit dem Song : “ I`ll go on alone „. Am 12. Sept. 1956 konnte er dann mit „SINGING THE BLUES “ seinen ersten No. 1 Hit verbuchen, der sich 30 Wochen in den Charts hielt! Im Laufe der Jahre folgten dann noch 13 weitere Songs , die auf Platz 1 der Country Charts landeten: #1 SONGS
Song Weeks on Charts Date Song Reached # 1

SINGING THE BLUES 30 9-12-56

A WHITE SPORT COAT 22 4-10-57

STORY OF MY LIFE 23 11-16-57

EL PASO 26 11-8-59

DON´T WORRY 19 2-12-61

DEVIL WOMAN 21 8-4-62

RUBY ANN 14 12-8-62

BEGGING TO YOU 23 11-30-63

RIBBON OF DARKNESS 21 4-17-65

TONIGHT CARMEN 16 6-3-67

I WALK ALONE 15 10-5-68

MY WOMAN, — ; MY WIFE 17 3-21-70

EL PASO CITY 16 4-17-76

AMONG MY SOUVENIRS 14 9-4-76

Damit aber war noch lange nicht die Erfolgskarriere des Marty Robbins beendet, noch viele seiner Songs aus den folgenden Jahren kamen bis auf vordere Plätze in den Charts -und auch nach seinem, viel zu frühen Tod- war er noch längere Zeit in den Charts vertreten . Aber nicht nur in den Charts konnte man den Erfolg dieses so sympatischen Sängers und Entertainers erkennen, zahlreiche AWARDS hat er im Laufe seine Karriere bekommen. Sie alle hier aufzuführen, würde aber den Rahmen dieses Artikels sprengen! Deswegen hier nur die vier „Wichtigsten“
COUNTRY MUSIC ASSOCIATIAN
Song of the year : My Woman , My Woman , My Wife Oct. 14. 1970
Single of the year: My Woman , My Woman , My Wife Oct. 14. 1970
CMA- Great Britain: Entertainer
of the Year Nov. 17. 1975

HALL OF FAME Oct. 1982

Auch, wenn es heute um ihn still geworden ist,
15 Jahre sind eine lange Zeit – so haben wir ihn doch nicht vergessen! In unseren Herzen und in unserer Erinnerung wird er immer das bleiben, was er einmal war THE GREAT MARTY ROBBINS !!!

Dieter Mühlena

Unsere Leser

Empfehlen Sie uns

Archive

Top Partner

css.php